1.-6. Mai 2019, Nova Scotia

Nachdem wir den Mietcamper übernommen haben, fahren wir erstmal zum Einkaufen und Tanken in die nächste Ortschaft. All die Läden und Tankstellen zu finden ist mit Hilfe des iPad und der dazugehörigen App auch nicht schwierig. Wer sich interessiert, wie wir im Doggeli und nun auch im Mietcamper navigieren, kann dies auf unserer Homepage doggeli.ch unter «Tipps und Tricks» nachlesen. Wie haben wir das nur vorher ohne solche technischen Hilfsmittel alles hingekriegt…;-)

Da es hier Tim Hortens wie Sand am Meer gibt, wollen wir unbedingt am ersten Tag ein solches von innen erkunden. Naja, das Essen wird uns da nicht wieder hin ziehen. Aber der Kaffee ist ganz ok und es gibt freies und schnelles WiFi.

Die erste Nacht machen wir uns mit unserem 25 Fuss langen Camper vertraut und übernachten auf dem KOA Campingplatz nördlich von Halifax. Es wird wirklich sehr kalt in der Nacht und die Decken des Mietcampers sind nicht viel mehr als «Lümpli». Deshalb wird mitten in der Nacht doch noch die Heizung gestartet.
Wie uns der Vermieter schon bei der Übergabe gesagt hat, ist der Gastank fast leer. Wir richten unsere Route also nach dem Wetter und den möglichen Gasfüllstationen aus.

After we have taken over the rental camper, we drive to a nearby village for shopping and refueling. To find all the shops and gas stations is not difficult with the help of the iPad and the navigation app. If you are interested in how we navigate in the Doggeli and now also in the rental camper, you can read them on our homepage under „Tips and Tricks“. How did we manage everything before without such technical support…;-)
Since there is Tim Hortens here like sand at the sea, we absolutely want to experience one on the first day from the inside. Well, the food will not drag us there too many times. But the coffee is quite ok and there is free and fast WiFi.
The first night we get acquainted with our 25 foot long camper and spend the night at the KOA campsite north of Halifax. It really gets very cold at night and the blankets of the rental campers are not much more than rags. Therefore the heating is started in the middle of the night. As the guy renting out the camper told us at the handover, the gas tank is almost empty. So we adjust our route according to the weather and the possible gas filling stations.

Wir fahren nordwärts nach Grand Pré und wollen da die Kirche und die National Historic Site, übrigens UNESCO Kulturerbe, besichtigen. Wie wir feststellen, sind wir da die einzigen Touristen. Das Besucherzentrum hat auch nicht geöffnet. So spazieren wir im schönen Park zur Kirche. Als wir um die Ecke biegen, sehen wir einen alten Mann vor der Kirchentüre am Boden liegen. Er erschrickt genauso wie wir. Und als er sich bewegt, sind wir froh, dass er noch lebt. Er wollte sich nur ein wenig in der Sonne ausruhen und hat auch gedacht, dass er der einzige hier sei.

We drive northwards to Grand Pré and want to visit the church and the National Historic Site, by the way UNESCO cultural heritage. As we notice, we are the only tourists there. The visitor centre is also not open. Thus, we walk in the beautiful park to the church. As we turn around the corner, we see an old man lying on the ground in front of the church door. He is just as frightened as we are. And when he moves, we are glad that he is still alive. He just wanted to rest a little in the sun and thought he was the only one here.

Wir fahren weiter nach Walton, treffen aber da weder John Boy noch sonst wer aus der Familie Walton. Die Zufahrt zum Leuchtturm ist auch noch geschlossen. So lassen wir den Camper halt davor stehen und gehen zu Fuss hin. Wäre ein hübscher Platz für einen Mittagshalt gewesen. Wir fahren ein Stück weiter. Da wirbt ein Hamburgerladen mit Whopper und dem Slogan: «Less than a Billion served».

We drive on to Walton, but there we meet neither John Boy nor anyone else from the Walton family. The entrance to the lighthouse is closed. So we leave the camper in front of it and walk there. Would have been a nice place for a lunch stop. We drive a bit further. A hamburger shop advertises with Whopper and the slogan: „Less than a Billion sold“.

Anschliessend besuchen wir noch den Burntcoat Head Park. Von da aus soll man den höchsten Tidenhub der Welt (16,27 Meter) zu sehen bekommen. Auch dieser Park ist zu und gemäss Aushang am 18. Oktober 2018 geschlossen worden. Wir klettern über die niedrige Abschrankung und zu unserem Glück ist gerade Ebbe. So können wir die Treppe nach unten zum jetzt fast trockenen Meeresboden gehen. Ist schon sehr eindrücklich, wenn man dort steht, wo 6 Stunden später dann nur noch das Meer sein wird.

Afterwards we visit the Burntcoat Head Park. From there you will see the highest tidal bore in the world (16.27 meters). This park was also closed, according to the notice board on 18 October 2018. We climb over the low barrier and luckily the tide is out. So we can go down the stairs to the now almost dry seabed. It is very impressive to stand where 6 hours later there will be only the sea.

Wir haben noch etwas Zeit und so fahren wir nach Truro, um den Gastank voll zu machen. Das klappt prima und wir haben wieder für ein paar Tage genügend Gas zum Kochen und Heizen. Die Nacht verbringen wir auf dem Elm River Campingplatz in der Nähe. Auch da rechnen sie wohl noch nicht mit Touristen. Die WC und Duschen sind noch nicht in Betrieb genommen worden. Am nächsten Tag fahren wir über Brule der Küste entlang nach Pictou. In dem Heftli vom Touristenbüro von Nova Scotia haben wir gelesen, dass es da eine Messerfabrik geben soll und diese ganzjährig geöffnet hat. Eine Seltenheit hier in Nova Scotia. Nicht die Messerfabrik, sondern die Öffnungszeiten. Die «Schnitzerli» und auch die grösseren Messer sehen aus, als wenn sie schon 100 Mal in der Spühlmaschine gewaschen worden wären. Also wenn man nicht off Season hier ist, ist ein Besuch nicht unbedingt in Erwägung zu ziehen.

We still have some time and so we drive to Truro to finally fill the propane tank. No problem there and we now have enough propane for cooking and heating for a few days. We spend the night on the Elm River campground nearby. Also there they probably do not count yet on tourists. The toilets and showers have not yet been put into operation.
The next day we drive via Brule along the coast to Pictou. In the booklet of the tourist office of Nova Scotia we read that there is a knife factory there and that it is open all year round. A rarity here in Nova Scotia. Not the knife factory, but the opening hours. The „Schnitzerli“ (small kitchen knives) and also the bigger knives look as if they had been washed 100 times in the dishwasher. So if you are not here off season, a visit is not to be considered.

Im Hafen unten sehen wir dann auch noch ein altes Segelschiff, welches für die Nova Scotia-Schotten die gleiche Bedeutung hat wie die Santa Maria von Kolumbus für die Amerikaner.

In the harbour below we also see an old sailing ship, which has the same meaning for the Nova Scotia Scots as the Santa Maria of Columbus has for the Americans.

Wir entscheiden uns für die Mittagspause bis zum Cape George Leuchtturm zu fahren. So toll, die Zufahrt ist offen und beim Leuchtturm hat es auch Tische und Bänke. Wir wärmen die Reste unserer Spaghetti vom Vorabend auf und geniessen das Mittagessen in der Sonne. Als wir gerade mit dem Essen fertig sind und den Kaffee trinken, kommt ein Mann auf uns zu. Wie es sich herausstellt ist es ein Engländer, welcher nach Kanada ausgewandert ist. Er gibt uns über eine Stunde lang Tipps, was es in Nova Soctia alles zu sehen gibt. Ihm ist auch noch ganz wichtig, dass er uns die billigsten Tankstellen und Walmarts auf der Karte zeigt. Ein netter Kerl, der sich gefreut hat, dass er mit jemandem sprechen konnte.

We decide to drive to Cape George Lighthouse for lunch break. So great, the access road is open and at the lighthouse there are also tables and benches. We warm up the remains of our spaghetti from the evening before and enjoy lunch in the sun. Just as we are finished eating and drinking the coffee, a man approaches us. As it turns out it is an Englishman who emigrated to Canada. For over an hour he gives us tips on what to see in Nova Soctia. It is also very important to him that he shows us the cheapest petrol stations and Walmarts on the map. A nice guy who was happy to talk to someone.

Die Nacht verbringen wir an einem Freistehplatz in der Nähe von Antigonish. Ist ein schöner Platz aus der App iOverlander (mehr dazu auch unter «Tipps und Tricks»). Leider können wir mit unserem Mietcamper nicht bis ans Meer fahren, ist zu sandig. Aber kurz davor im Wäldchen hat es eine schöne Lichtung, wo wir die Nacht ruhig verbringen.

We spend the night at a boondocking place place near Antigonish. It is a nice place we found in the App iOverlander (more about it under „Tips and Tricks“). Unfortunately we can’t drive to the sea with our rental camper, it’s too sandy. But shortly before in the wood there is a nice clearing where we spend the night quietly.

Der nächste Tag ist regnerisch und wir verbringen diesen fast ausschliesslich im Auto. Wir fahren um den Binnensee Bras d’Or Lake (auch UNESCO Reserve) bis zum Lake Ainsli und hoffen, dass das Wetter wie versprochen am nächsten Tag besser wird.

The next day is rainy and we spend it almost exclusively in the car. We drive around the lake Bras d’Or Lake (also UNESCO Reserve) up to Lake Ainsli and hope that the weather will get better the next day as promised.

Dem ist auch so und wir starten mit der Erkundung des Cape Breton Nationalpark. Wir wollen die Parkgebühr bei der Einfahrt bezahlen, aber auch hier ist niemand auf Touristen gefasst. Das Visitorcenter hat zu und die Einfahrt zum Park ist unbewacht. Wir fahren also hinein und sind zuerst einmal überrascht, dass es so wenig Plätze zum Anhalten gibt. Wir finden dann noch einen Parkplatz der zu einer Wanderung führt, welche wir in der App Alltrails (siehe unter «Tipps und Tricks») gefunden haben. Aber auch da kann man nicht bis zum eigentlichen Parkplatz fahren, da die Zufahrt gesperrt ist. Wir parken davor und spazieren zum Warren Lake. Hier ist alles wunderschön eingerichtet: Bänke, Tische, Feuerstellen, Abfallentsorgung und sogar offene WC. Der Strand ist idyllisch und lädt zum Baden ein. Bruno entscheidet sich nach der Temperaturprobe doch gegen ein Bad. Auch auf Anraten von Susanne, die findet, dass man(n) bei diesen Temperaturen nur krank werden könnte.

This is also the case and we start with the exploration of the Cape Breton National Park. We want to pay the entrance fee. But also here nobody is prepared for tourists. The visitor centre is closed and the entrance to the park is unguarded. Thus, we drive in and are first surprised that there are so few places to stop. Then we find a parking lot that leads to a hike, which we found in the App Alltrails (also under „Tips and Tricks“). But even there you can’t drive to the actual parking lot, as the access road is closed. We park in front of it and walk to Warren Lake. Here everything is beautifully furnished: Benches, tables, fireplaces, waste disposal and even open toilets. The beach is idyllic and invites you for a swim. Bruno decides not to dive in after a temperature test. Also on the advice of Susanne, who thinks that you could only get sick at these temperatures.

Wir suchen uns einen netten Freistehplatz in der Nähe von Whitepoint mit wunderbarer Aussicht und lassen den Abend beim Lagerfeuer ausklingen. Auf dem Platz hat es einige Haufen Elchkot und ganz sicher sind wir nicht, dass es keine Bären und Kojoten gibt. Im Park warnen sie jedenfalls bei jeder Gelegenheit vor diesen Tieren. Schon ein bisschen unheimlich, in der Nacht nicht zu sehen, was sich einem so alles nähern könnte. Wir verbringen aber eine ruhige Nacht und wachen am Morgen mit einer grandiosen Aussicht auf die Bucht auf.

We locate  a nice boondocking place near Whitepoint with a wonderful view and end the evening with a campfire. There are a lot of moose droppings on the place and we are not sure that there are no bears and coyotes. In the park they warn at every opportunity about these animals. It’s a bit scary not to see all the things that could approach you at night. But we spend a quiet night and wake up in the morning with a magnificent view of the bay.

Wir fahren nach Meat Cove, dem nördlichsten Punkt von Nova Scotia. Auch hier hat der Campingplatz und das dazu gehörige Restaurant noch geschlossen. So schade, da hätte es sicher die erste Chowdersuppe gegeben. Stattdessen unternehmen wir eine Wanderung, welche gemäss App «easy» sein soll. Wäre sie auch, wenn nicht der Weg durch umgefallene Bäume immer wieder versperrt würde. Die Aussicht auf dem Gipfel entschädigt dann aber für das «Gegoggere».

We drive to Cape Meat, the northernmost point of Nova Scotia. Also here the campsite and the restaurant are closed. Such a pity, we planned to have our  first Chowder soup. Instead we do a hike, which should be „easy“ according to the app. It would also be, if the way would not be blocked again and again by fallen trees. But the view on the summit compensates for the stressfull hiking.

Wir fahren weiter durch den Cap Breton Park. Einige Wanderungen und Aussichtsplätze, welche wir ansteuern sind immer noch mit Schnee bedeckt und daher nicht passierbar.

Unterwegs machen wir bei bestem Wetter unsere Mittagspause.

We continue through Cap Breton Park. Some of the hikes and viewpoints we head for are still covered with snow and therefore not passable.

Der weltberühmten Sky Trail ist offen und wir spazieren diesen knapp 8 Kilometer langen Weg entlang. Auch hier gibt es wieder massenhaft Elch- und Bärenkot auf und neben dem Weg. Wir sehen aber ausser einem Hasen (unsere erste Wildtierbegegnung!) keine anderen Tiere. Einen Bären oder einen Elch sehen wir dann doch lieber aus sicherer Entfernung oder am liebsten vom Auto aus.

But the world famous Sky Trail is open and we walk along this 8 km long path. Also here, there are again masses of moose and bear droppings on and beside the path. But we don’t see any other animals except a rabbit (our first wildlife encounter!). We prefer to see a bear or an moose from a safe distance or preferably from the car.

Wir finden wieder einen super Freistehplatz zum Übernachten an der Küste vor Chéticamp.

Shortly before Chéticamp we find a free overnight place directly at the sea.

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1 Kommentar

  1. Wow super Ihr habt ja schon viel gesehen.Sehr schöne Bilder.
    weiter so,freuen uns auf den nächsten Bericht.
    Hier ist es zur Zeit sehr Biisig und kühl.Es geht uns allen Gut.
    Liebe Grüsse Liliane und Réne.

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