25.-30. Juni 2019

25.6.
Wir merken, dass wir etwas zu gemütlich unterwegs sind. Morgen Abend sollten wir im Yellowstone sein, da wir dort für zwei Tage einen Campingplatz reserviert haben.
So entscheiden wir uns, nach einem gemütlichen Abstecher auf dem Scenic Sheep Creek Drive, der einem an verschiedenen geologischen Formationen vorbeiführt, relativ direkt gen Norden zu fahren.

We notice that we are on our way a bit too slow. Tomorrow evening we should be in the Yellowstone, because we have reserved a camping site there for two days.
So we decide, after a leisurely detour on the Scenic Sheep Creek Drive, which leads us past various geological formations, to drive relatively directly north.

In Rock Springs gehen wir einkaufen und finden auch einen Reifenhändler, der unseren hinteren rechten Reifen flickt, der seit einiger Zeit einen leichten Luftdruck-Verlust aufzeigte. Die gut 30 Minuten Reifen flicken kosten gerade mal 17$!
Weiter geht es dann gegen Lander zu (Lander ist bekannt aus einem spannenden Film mit Jeremy Renner: Wind River). Einer der eindrücklichen Streckenabschnitte heute auf unserer Reise ist ein über 50 Kilometer langer Teil, welcher komplett gerade verläuft. Das ist schon speziell.
Etwas abseits der Hauptstrasse, nach gut 18 Kilometer Schotterpiste, befindet sich ein kleiner See namens Louis Lake, an dem wir übernachten. Die Gegend hier ist wie aus einem Bilderbuch. Während dem in der Schweiz extrem hohe Temperaturen um die 35 Grad herrschen, ist es bei uns angenehm warm bis kühl am Abend. Und so macht ein wärmendes Lagerfeuer doch sehr viel Freude.

In Rock Springs we go shopping and also find a tire dealer who fixes our rear right tyre which showed a slight loss of air pressure for some time. The 30 minutes or so of patching the tires cost just $17!
Then it goes on against Lander (Lander is known from an exciting movie with Jeremy Renner: Wind River). One of the impressive driving sections today is an over 50 kilometers long part which runs completely straight. That is really special.

A little off the main road, after about 18 kilometers of gravel road, there is a small lake called Louis Lake, where we spend the night. While the temperatures in Switzerland are extremely high around 35 degrees, it is pleasantly warm or even cool in the evening. And so a warming campfire is a lot of fun.

26.6.
Heute ist ein Fahrtag angesetzt, müssen wir doch gegen Abend im Yellowstone sein. Die Abkürzung über eine Bergstrasse geht nicht, da noch zu viel (wieder einmal) Schnee liegt. Die doch recht vielen Kilometer auf dem Highway sind aber sehr abwechslungsreich und schön zu fahren, geht es doch durch eine tolle Landschaft.
Nach einem etwas langen Stopp in Dubois (sehr gutes Wifi und noch besseren Kuchen) machen wir zuerst einen Halt im Colter Bay Village des Teton Nationalparks, um wieder einmal zu duschen.
Durch Teile des Teton und Yellowstone Parkes geht es zum strategisch gut gelegenen Bridge Bay Campingplatz, von dem aus wir den Yellowstone National Park erkunden wollen.

Today is a driving day, we have to be at the Yellwostone in the evening. The shortcut over a mountain road does not work, because there is (once again) still too much snow. The many miles on the highway are awesome to drive, since the landscape is great.
After a long stop in Dubois (very good Wifi and even better cake) we first stop in the Colter Bay Village of the Teton National Park to have a shower.
Through parts of the Teton and Yellowstone Park we go to the strategically well situated Bridge Bay Campground, from where we want to explore the Yellowstone National Park.

Am Abend besuchen wir den Vortrag des Rangers. Heute geht es um Wölfe. Wie immer ist auch dieser Vortrag sehr spannend und lehrreich.

In the evening we visit the lecture of the ranger. Today it is about wolves. As always, also this lecture is very exciting and instructive.

27.6.
Wir erkunden zuerst den Norden des Yellowstone Parkes. Vor allem die beiden Wasserfälle Upper und Lower Falls werden von allen Seiten fotografiert und Bruno steigt sogar einen recht engen und steilen Weg in die Schlucht hinunter, die Bilder sind es aber allemal wert.

First, we explore the north of Yellowstone Park. Especially both waterfalls Upper and Lower Falls are photographed from all sides and Bruno even descends a quite narrow and steep path into the gorge. But the pictures are worth it.  

In Mammoth Springs besichtigen wir die Lower Terrace Area. Schade, dass wir nur Bilder ohne Geruch machen können. Wer es gerne mit Geschmack hat, zündet 20 bengalische Zündhölzer miteinander an und hat somit für kurze Zeit den Geruch, den wir dort erdulden konnten, in der Nase.

In Mammoth Springs we visit the Lower Terrace Area. Too bad that we can only show pictures without smell. If you like it with taste, you can light 20 Bengali matches at the same time and have the smell we endured there in your nose for a short time.

Immer wieder hat es am Strassenrand Hirsche und Bisons, was zu etlichen Staus führt. Denn die Autofahrer halten bei Sichtung eines jeden einzelnen Tieres mitten auf der Strasse an und zücken die Fotoapparate und Handys.

Again and again there are deer and bison on the roadside, which leads to a lot of traffic jams. Because the drivers stop in the middle of the road when they see any single animal and pull out the cameras and mobile phones.

Auf dem Weg zum Campingplatz machen wir noch beim Mud Volcano halt und nehmen den ca. 2,5 km langen Rundwanderweg unter die Füsse. Auch hier riecht es wieder wie in einer Zündholzfabrik.

On the way to the campsite we stop at the Mud Volcano and walk along the 2,5 km long circular hiking path. Also here it smells again like in a match factory.

Auf dem Campingplatz angekommen, entschliessen wir uns, unsere Steaks heute auf dem Grill zu braten. Das bedeutet, dass wir zuerst ein Feuer machen und warten bis eine schöne Glut entsteht. Zum Warten geniessen wir ein Bierchen. Plötzlich kommt Leben in den Campingplatz. Drei Hirsche kreuzen ungeniert die Plätze und grasen in aller Seelenruhe, während sie von den Campern eifrig fotografiert werden. Das ist aber noch nicht alles. Den Hirschen folgen drei Bisonbullen. Auch diese grasen gemütlich, und einer von denen ist von Doggeli so angetan, dass er direkt vor ihm in Ruhe weiter sein Abendmahl geniesst.

Arrived at the camping site, we decide to roast our steaks today on the firepit. That means that we first make a fire and wait until a nice embers develops. To soothen the wait we enjoy a beer. Suddenly, people around us start to be agitated. Three deer cross the vincinity and graze in peace, while they are eagerly photographed by the campers. But that’s not all. The deer are followed by three bison bulls. They also graze, and one of them is so fond of Doggeli that he enjoys his evening meal right in front of it.

Nach dem Nachtessen besuchen wir wieder den Vortrag des Rangers. Heute geht es um Waldbrände. Auch dieser Vortrag ist interessant. Es ist eindrücklich, wie sich die Bäume und Pflanzen mit dem Feuer arrangieren und Strategien zum Überleben entwickelt haben.
Auf dem Rückweg zum Doggeli müssen wir über den halben Campingplatz gehen. Wir sind doch ein wenig erstaunt, als wir in der Dunkelheit einen liegenden Bisonbullen inmitten von Zelten entdecken. Dieser pennt aber seelenruhig weiter und lässt sich von uns nicht stören.

After dinner we visit the ranger’s lecture again. Today the talk is about forest fires. Also, this lecture is interesting. It is impressive how the trees and plants arrange themselves with the fire and how strategies for survival have developed.
On the way back to Doggeli we have to walk through half of the campsite. We are a little astonished when we discover a lying bison bull in the middle of tents. But he continues to sleep calmly, not getting disturbed by our presence.

28.6.
Heute haben wir uns den südlichen Teil des Yellowstones vorgenommen. Nach kurzer Fahrzeit kommen wir bei einem Rundwanderweg vom Artist Point vorbei. Wir unternehmen diese kleine Wanderung und staunen erneut über die Kraft des Erdinnerns.

Today we explore the southern part of the Yellowstone. After a short driving time we arrive at a circular hiking trail at the Artist Point. We undertake this small hike and marvel again at the power of the earth’s interior.

Auf dem Weg zum Old Faithful stoppen wir noch bei dem kleinen Wasserfall «Firehole Fall».

On the way to the Old Faithful we stop at a little waterfall called «Firehole Fall».

Dann: wieder einmal ein Stau. Der Grund des Staus war eine Bisonherde auf der rechten Strassenseite. Es sind nicht etwa die Bisons Schuld am Stau, sondern die Autofahrer. Wie wenn die noch nie einen Bison gesehen hätten, halten sie einfach mitten auf der Strasse an.
Mittlerweile haben wir so viele Bisons gesehen, dass wir das nicht mehr nachvollziehen können. Und haben die Bisons lieber auf dem Teller mit Kräuterbutter als vor der Kamera..;-)
Nach längerer Suche finden wir beim Old Faithful einen Parkplatz, essen etwas Kleines in der Lodge und besuchen anschliessend noch das eindrückliche Gebäude des Faithful Inn.

Then: again a traffic jam. The reason for the jam was a bison herd on the right side of the road. It is not the bisons to blame for the traffic jam, but the drivers. As if they had never seen a bison before, they simply stop in the middle of the road.
Meanwhile we have seen so many bisons that we can’t understand it anymore. And we’d rather have the bison on the plate with herb butter than in front of the camera…;-)
After a long search we find a parking place at Old Faithful and eat something for lunch in the lodge. And visit afterwards the very impressive building of the Faithful Inn.

Wir sind unschlüssig, ob wir die 1 ½ Stunden bis zum nächsten Spritzen des alten Herren warten wollen. Entschliessen uns dann aber doch zu warten und fotografieren die Eruption aus der ersten Reihe. Der Menschenauflauf ist enorm.

We are not sure if we want to wait the 1 ½ hours until the next eruption of the old man. But then we decide to wait and photograph the eruption from the front row. The amount of people watching the event is enormous.

Den Abend verbringen wir auf dem Colter Bay Campingplatz im Teton Nationalpark. Als wir gerade daran sind unseren Blog zu schreiben, kreuzt 5 Meter vor uns ein Fuchs den Campingplatz. Am Abend beschliessen wir dem Vortrag des Rangers teilzunehmen. Wir spazieren bei Tageslicht nach dem Nachtessen über den gesamten Campingplatz zum Amphitheater und werden nicht enttäuscht: Ranger Bryan sieht aus wie der Weihnachtsmann und die Show, die er abzieht, ist Oskar-würdig. Er ist über sechzig Jahre alt und seit 1970 Ranger im Grand Teton. Er erzählt über Bären und dass diese bis in die sechziger Jahre von den Rangern und Besuchern gefüttert wurden. Auch gibt es Fotos, bei welchen die Bären zu den Touristen in die Autos gestiegen sind. Und das absichtlich. Also von den Touristen, nicht nur von den Bären. Als dann einmal im Jahr 1967 in der gleichen Nacht zwei Touristinnen von Bären angegriffen und getötet wurden, haben die Rangers angefangen, den Umgang mit den Bären zu ändern. Heute stehen überall bärensichere Abfalleimer und Aufbewahrungsboxen rum, und die Touristen werden über den «richtigen» Umgang mit Bären informiert.
Den Rückweg über den Campingplatz um 22 Uhr ist dann im Dunkeln und nach Schauermärchen aus der Bärenwelt ein spezielles Erlebnis. Ausser uns ist nämlich niemand mehr zu Fuss unterwegs. Alle anderen Zuhörer waren mit dem Auto im Amphitheater.

We spend the evening at the Colter Bay Campground in Teton National Park. As we are about to write our blog, a fox crosses the campsite 5 meters in front of us.
In the evening we decide to attend the ranger’s talk. We walk in daylight after dinner over the whole camping site to the amphitheatre and are not disappointed: Ranger Bryan looks like Santa Claus and the show he puts on is Oscar-worthy. He is over sixty years old and has been a Grand Teton Ranger since 1970. He tells about bears and that they were fed by the rangers and visitors until the sixties. There are also photos of bears getting into cars with tourists. And that deliberately, from the tourists, not just from the bears. When two tourists were attacked and killed by bears the same night once in 1967, the rangers changed the bear policy. Today there are bear-safe trash cans and storage boxes everywhere and tourist are informed about the “right” behavior around bears.
The way back via the campsite at 10 pm in the dark and after horror stories about bears is also an experience. Apart from us no one is on foot anymore. All other listeners were with the car in the amphitheatre.

29.6.
Wir entscheiden noch am Vorabend, das Frühstück in der Jackson Lake Lodge einzunehmen. Das haben wir vor 20 Jahren auch so gemacht. Damals hatten wir dort übernachtet und waren ganz beeindruckt von der Aussicht beim Frühstück. Die Aussicht ist immer noch grandios und so lassen wir uns das Frühstücksbuffet munden, bevor wir den Teton Nationalpark erkunden.

The evening before we decide to have breakfast at Jackson Lake Lodge. That’s what we also did 20 years ago. At that time, we had stayed there overnight and were very impressed by the view at breakfast. The view is still magnificent and so we enjoy the breakfast buffet, before we continue exploring Teton National Park.

Bei einigen Aussichtspunkten halten wir an und gehen kurze Stücke der Wege. Besonders erwähnenswert ist der Aussichtspunkt Signal Mountain, von dem man eine wunderbare Rundsicht über die Teton Range hat.

At some vantage points we stop and walk short distances. Especially the viewpoint Signal Hill is remarkable, since up there you have a great view over the Teton range.

Beim Jenny Lake besteigen wir ein Boot, welches uns auf die gegenüberliegende Seite des Sees bringt. Von da führt ein Wanderweg zu den Hidden Falls und zum Inspiration Point. Entlang eines Flusses geht es auf einem schönen Wanderweg recht steil in die Höhe, besonders der Weg zum Inspiration Point ist schon nahe am Klettern. Und für Bruno hat es wieder einmal einen Wasserfall zum Fotografieren.

At Jenny Lake we board a boat which brings us to the opposite side of the lake. From there a hiking trail leads to the Hidden Falls and to the Inspiration Point. Along a small river the hiking paths winds its way up quite steep, especially the way up to the Inspiration Point is close to climbing. And there is also a waterfall for Bruno to photograph.

Auf dem Wanderweg kommt Susanne ganz aufgelöst eine Mutter entgegen und fragt, ob sie einen etwa vierjährigen Jungen gesehen hat, dieser sei auf dem Wanderweg abhanden gekommen. Kurze Zeit später erscheint der Vater und gibt Entwarnung, der Junge ist unbeschadet wieder aufgetaucht.
Wir beschliessen, in Jackson einzukaufen und tanken zu gehen. Der Tankwart erklärt Bruno, dass auf dem Weg gegen Pinedale einige schöne Stateparks zu finden sind. Dem ist auch so und wir verbringen die Nacht auf dem Hoback Campground. Der Host kommt auch noch vorbei und teilt uns mit, dass eine Elchmutter mit ihrem Jungen den Campingplatz immer wieder aufsucht. Leider sehen wir die beiden heute nicht.

On the hiking path Susanne meets a mother in a state of complete excitement and asks if she has seen a four-year-old boy who has disappeared on the trail. A short time later the father appears and gives the all-clear, the boy has reappeared unharmed. We decide to go shopping and refueling in Jackson. The gas station attendant explains to Bruno that on the way to Pinedale there are some nice stateparks to be found. This is true and we spend the night on the Hoback Campground. The host also comes by and tells us that a moose mother with her young visits the campground again and again. Unfortunately, we don’t see them today.

30.6.
Bruno hat in Googlemaps bereits zu Hause den schönen Green Lake mit einer Wanderung herausgesucht. So nehmen wir den Weg dahin unter die Räder. Die letzten 20 Kilometer sind Schotterpiste und es rüttelt ziemlich im Doggeli. Der Campingplatz entschädigt uns dann aber für das Gerüttel. Bruno unternimmt die 10.7 Kilometer Wanderung um den See, während Susanne bei Doggeli bleibt und sich die Haare wäscht.

Bruno has already chosen the beautiful Green Lake with a hike in Googlemaps at home. Thus, we take the way to there under the wheels. The last 20 kilometers are gravel road and it shakes quite hard in Doggeli. The camping site compensates us then however for the long hard drive. Bruno goes on the 10.7 km hike around the lake, while Susanne stays with Doggeli and washes her hair.

Kleiner Film zur Wanderung

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