23.7.-1.8.2019

23.7.19
Unsere Planung sieht vor, in den nächsten Tagen bis nach Yellowknife zu fahren. Wieder einmal eine Änderung des Planes, denn die Wettervorhersagen an der Westküste Kanadas, speziell gegen Prince Ruppert, sagen eine längere Regenperiode voraus. So verlassen wir am Morgen den Campingplatz und fahren auf dem Cariboo-Highway gegen Norden anstatt nach Westen Richtung Prince Ruppert.

Camping-Kuriosa:
Als wir aus dem Campground rausfahren, sehen wir wie einer der Camper gerade an seinem Stellplatz den Grauwassertank entleert. Dies obwohl es keine 100 Meter entfernt eine Gratis-Möglichkeit zum Entsorgen hat. Einige Menschen sind einfach «Säuniggel».
Bei schönstem Wetter fahren wir durch eine sehr reizvolle Landschaft. In Prince George finden wir nach etwas Bausstellen-Stau ein gemütliches Restaurant und geniessen eine schmackhafte Omelette. Wir wechseln dann vom Cariboo auf den John Hart Highway. Unser Navi zeigt einen Campingplatz am Heart Lake an, ein See, der doch tatsächlich die Form eines Herzens hat. Dort übernachten wir auf dem Day Use Platz, da es dort eine wunderbare Aussicht auf den See hat.

Our plan is to drive to Yellowknife in the next days. Again a change of plan, since the weather forecasts on the west coast of Canada, especially around Prince Ruppert, predict a longer rain period. In the morning we leave the campsite and drive north on the Cariboo Highway instead heading west for Prince Ruppert..

Camping curiosa:
When we leave the campground, we see one of the campers emptying the grey water tank at his place. This although it does have not 100 meters away a free possibility to dump. Some people are simply „Säuniggel“ (a Swiss word for a person who is acting filthily). With most beautiful weather we drive through a very delightful landscape. In Prince George we find a cosy restaurant after enduring some traffic jams due to road constructions and enjoy a tasty omelette. Then we change from the Cariboo to the John Hart Highway. Our navigation system shows a camping site at Heart Lake, a lake that has the shape of a heart. There we spend the night at the Day Use place, as it has a wonderful view of the lake.

Das Nachtessen findet jedoch im Camper statt. Es zieht ein sehr starkes Gewitter über uns hinweg, mit Blitz, Donner und Hagel. Im Camper ist es sehr laut, und wir sind froh dass es nur noch schwach regnet, als wir uns schlafen legen. Und auch diese Nacht hat es in sich: Trotz geschlossenen Augen blenden die Blitze, der Donner ist so laut, dass sich sogar Doggeli schüttelt, und das ist kein Witz. Es fühlt sich teilweise an wie in einem grossen Kino mit enormen Sub-Woofern. Unsere Nachbaren (Kanadier mit Wurzeln in der Tschechoslowakei) erzählen uns am nächsten Morgen, dass es schon in der vorherigen Nacht sehr starke Gewitter gegeben hat. Beide sind schon vor Jahren nach Canada ausgewandert. Sie reisen mit einem alten Volkswagen Westfalia, der laut Aussagen des Mannes um die 15 Liter/100 Km Bleifrei verbraucht. Das ist in etwa die gleiche Menge die Doggeli in Diesel verbrennt, aber der ist gut 5 Tonnen schwer, der VW gut 1.5 Tonnen.

Dinner takes place in the camper. There is a very strong thunderstorm over us, with lightning, thunder and hail. In the camper it is very loud, and we are glad when the rain subsides a bit when going to bed. But also the night is quite special. Despite closed eyes the lightnings dazzle, and the thunder is so loud that even Doggeli sis shaking, and this is no joke. It partly feels like beeing in a big movie theater with enormous subwoofers.
Our neighbours (Canadians with roots in Czechoslovakia) tell us the next morning that there were already very strong thunderstorms the night before. Both have migrated to Canada long ago, and they travel in an old Volkswagen Westfalia. The man told us that the consumption of his camper is around 15 litres/ 100 Km, regular. That is about the same as Doggeli drinks, but Doggeli is about 5 tons, the VW not even 1.5 tons.

24.7.19
Es regnet. Frühstück auch im Camper. Schade, den die Stimmung am See mit den romantischen Nebelschwaden ist super.

It’s raining. Breakfast also in the camper. Too bad, because the atmosphere at the lake with the romantic fog wafts is great.

Auf dem Highway 97 geht es nordöstlich bei viel Regen weiter. In Dawson Creek gehen wir einkaufen, tanken und vor allem wieder etwas Bier bunkern.
Und: hier ist das Monument des «Mile zero of Alaska Highway», welches wir natürlich auch photographieren müssen. Hier hat es einen grossen Parkplatz für Touristen, wir sind aber die einzigen.

Wissen, das die Welt nicht braucht: der Alaska Highway wurde im Jahre 1942 gebaut, dies innerhalb von 9 Monaten. Der Alaska Highway ist gut 1’400 Meilen lang (2’240 Kilometer) und endet offiziell in Grand Junction, Alaska; inoffiziell und in etlichen Touriführern in Fairbanks. Interessant an der Baugeschichte ist auch, dass die Amerikaner die Gesamtkosten dieses Highways übernahmen, die Kanadier aber nach dem Krieg die Strasse und die damit verbundene Infrastruktur erhielten. Insgesamt haben 27’000 Menschen und 7’000 unterschiedlichste Maschinen an der Erstellung dieses Highways gearbeitet.
Vergleicht man diese Zahlen mit heutigen Bauprojekten muss man doch staunen, was die damals ohne Elektronik innert kürzester Zeit hingekriegt haben.

We follow Highway 97 northeast, and it’s raining hard. We do some shopping in Dawson Creek, refueling and, above all, bunker some beer.
And: here is the monument of the „Mile zero of Alaska Highway“, which we also have to photograph. There is a big parking lot for tourists, but we are the only ones.


Knowledge the world doesn’t need: the Alaska Highway was built in 1942, within 9 months. The Alaska Highway is about 1’400 miles long (2’240 kilometers) and ends officially in Grabd Junction, Alaska; inofficially in Fairbanks, based on a lot of touristic guides. Another interesting aspect of the construction history is that the Americans took over the total costs of this highway, but the Canadians received the road and the associated infrastructure after the war. About 27’000 people and 7’000 different machines worked on the construction of this highway.
If you compare these figures with today’s construction projects, you have to be amazed what they did within a very short time without electronics.

Kurz nach dem Städtchen kommt eine Baustelle, die Hauptstrasse ist gesperrt und man muss eine Umfahrung machen. Diese führt auf einer stabilen, aber extrem schlammigen Piste entlang. Wenn sowas in der Schweiz gemacht würde…..Dank dem vielen Regen ist der Schmutz aber schnell wieder weggewaschen. Das schlechte Wetter hat aber den Nachteil, dass man fast nichts von der Landschaft sieht.
In Grimshaw steht das Monument «Mile zero of Mackenzie Highway». Auf diesem Highway werden wir dann gegen Norden richtig Enterprise (Ja, wie das Raumschiff Enterprise aus Star Trek) und dann nach Yellowknife fahren.
Etwas nördlich von Grimshaw übernachten wir auf einem riesigen Campingplatz und sehen wieder, dass es auch hier fast keine Touristen hat. Und ja, das Nachtessen findet wegen Regen wieder im Camper statt.

Shortly after the small town comes a construction site, the main road is closed, you have to make a bypass. This leads along a stable, but extremely muddy road. If something like this would be done in Switzerland…..but thanks to all the rain, the dirt is quickly washed away again. But the weather has the disadvantage that you can’t see a lot of the landscape.

In Grimshaw there is the monument „Mile zero of Mackenzie Highway“. On this Highway we will drive north to Enterprise (yes, like the spaceship Enterprise from Star Trek!) and then up to Yellowknife.
A little north of Grimshaw we spend the night on a huge campground and realize again that there are almost no tourists here. And yes, dinner takes place again in the camper because of rain.

25.7.19
Bis gut um 13:00 Uhr fahren wir durch teils sehr starken Regen auf dem Mackenzie Highway nordwärts, praktisch schnurgeradeaus, nur unterbrochen durch einige wenige Kurven. Auf den ersten 260 Kilometern hat es ein paar kleine Siedlungen, erst im Städtchen High Level hat es dann wieder mal mehr Leute. Wir probieren einmal die Burgerkette A+W aus und werden nicht enttäuscht.

Until about 3 pm we drive northwards through partly very heavy rain on the Mackenzie Highway, practically on a straight road, only interrupted by a few curves. On the first 260 kilometers there are a few small settlements, only in the small town High Level there are more people. We try the Burger chain A+W and are not disappointed.

Es geht weiter vorbei an unendlichen Birkenwäldern, wobei der grösste Teil, den wir sehen, kürzlich gebrannt haben muss. An einigen Orten schwelt es noch, und in der Luft riecht man den Rauch.
Einen Halt gibt es beim Überquereren des 60. Breitengrades. Dort hat es ein tolles Schild und ein schön gemachtes Visitor Center, in dem wir einiges an Infomaterial und einen Kaffe erhalten.

We head on past endless birch forests, whereby the largest part which we see must have burned recently. Some places are still smoldering and in the air is the smell of burning.
We stop when crossing the 60th parallel. There it has a great sign and a nicely done visitor center where we get some information material and a coffee.

Nur gut 60 Kilometer später (gerade kurz vor Enterprise) stoppen wir beim Campingplatz Louise Falls. Wir wandern ein kurzes Wegstück zu den Wasserfällen. Um zu einem schönen Aussichtspunkt zu gelangen geht es eine Spiraltreppe runter. Der 15 Meter hohe Fall führt nicht sehr viel Wasser, ist aber trotzdem schön.
Der Campingwart erzählt uns, dass es hier schon seit Wochen unverhältnismässig warm ist und die Leute hier auf Regen hoffen (der Morgen kommen sollte).
Ausserdem – wie auch auf der Fahrt hierher gesehen – hat es in dieser Region recht starke Waldbrände gehabt, die meisten östlich und nördlich (um Yellowknife) von unserer Position.

Camper-Kuriosa: Die Plätze hier sind riesig. Alles sind sogenannte pull-through, man kann also ohne Rückwärtsfahren die Plätze wieder verlassen. Trotzdem schafft es ein anderer Camper mit seinem Anhänger, rückwärts in einen solchen Platz rein zu fahren und einen Baum zu treffen, hat recht gekracht. Er ist erst im Nachhinein ausgestiegen, um sich die Sache anzusehen.

About 60 kilometers later (just before Enterprise) we stop at the Louise Falls campground. We walk a short distance to the waterfalls. In order to get to a nice viewpoint we go down a spiral staircase. The 15 meter high fall doesn’t have much water, but it is still beautiful.
The camp host tells us that it has been disproportionately warm here for weeks and people are hoping for rain (that should come in the morning!).
And – as seen on the way here – there have been quite strong forest fires in this region, most of them east and north (around Yellowknife) from our position.

Camper curiosa:
The places here are huge. All are so-called pull-throughs, you can enter and leave the places without driving backwards. Nevertheless, another camper with his trailer manages to drive backwards into such a place and hit a tree, which made quite a noise. He just got out afterwards to have a look at the situation…..

26.6.19
Es regnet, wieder einmal. Nach dem Frühstück fahren wir die kurze Strecke zu den bekannten Alexandra Falls. Hier fällt der Hay River über 30 Meter tief runter und ist damit der dritthöchste Wasserfall in den Northern Territories.

It’s raining, once again. After breakfast we drive the short distance to the famous Alexandra Falls. Here the Hay River falls more than 30 meters down, and thus is the third highest waterfall in the Northern Territories.

Weiter geht es zu anderen Wasserfällen: den Evelyn Falls. Dort stürzt sich der Kakisa River wie ein breiter Vorhang in rund 18 Meter Tiefe.
Den Weg dorthin beschreibt ein Schild so, dass man eine aussergewöhnliche physische Kondition haben muss, um zum Wasserfall gehen zu können. Wir sind dann trotzdem gegangen, und sind nicht überfordert worden. Lediglich die Mücken waren bestialisch. Susanne hat mit einem Schlag 4 Mücken auf dem prallen Haar (sprich Glatze) von Bruno getötet, nicht ganz auf dem Niveau des tapferen Schneiderleins, aber doch nahe dran.

We continue to other waterfalls: the Evelyn Falls. There the Kakisa River plunges like a wide curtain about 18 meters into the depth.
The way there is described by a sign, that you have to have an exceptional physical condition in order to be able to walk to the fall. We went anyway and were not exhausted. Only the mosquitoes were bestial. Susanne killed 4 mosquitoes from Bruno’s flowing hair (aka bald head) with one blow, not quite on the level of the brave little tailor, but still very good.

Etwas weiter westlich biegen wir dann gegen Norden auf den Yellowknife Highway ab. Von hier geht es nun 340 Kilometer bis zur Hauptstadt der Northern Territories, Yellowknife, mit gut 20’000 Einwohnern. Die Provinz Northern Territories ist gut 30 Mal grösser als die Schweiz, darin wohnen gerade mal 45’000 Menschen. Zählt man Yellowknife weg, wohnen im Rest der Provinz 25’000 Menschen – Wahnsinn!
Zuerst überqueren wir eine schöne Brücke über einen Ausläufer des grossen Sklavensees, an dessen Nordufer Yellowknife liegt. Der See alleine ist gut zwei Drittel so gross wie die Schweiz. Der Abfluss dieses Sees ist der MacKenzie River, der dann in der Nähe von Inuvik (einem unserer Ziele in naher Zukunft) in den Arktischen Ozean mündet, Luftlinie über 1’300 Kilometer entfernt. Wir werden diesen Fluss noch einige Male überqueren.
Bei starken Regenfällen fahren wir nun die Strecke nach Yellowknife. Am dortigen Campingplatz angekommen sagen sie uns, dass der Platz voll sei. Trotzdem findet die Dame am Empfang noch einen kleinen Platz. Der ist ganz nett, abgesehen von den vielen Mücken.

A little further west we turn north onto the Yellowknife Highway. From here we drive 340 kilometers to the capital of the Northern Territories, Yellowknife, a city with about 20’000 inhabitants. The province Northern Territories are about 30 times bigger than Switzerland, with just only 45,000 inhabitants. If you count Yellowknife away, 25,000 people live in the rest of the province – wow!!
First we cross a beautiful bridge over the foothills of the big Slave Lake, on whose north shore Yellowknife lies. The lake is about two thirds as big as Switzerland. The outflow of this lake is the MacKenzie River, which then flows into the Arctic Ocean near Inuvik (one of our destinations in the near future), as the crow flies 1,300 kilometers away. We will cross this river a few more times.
Through heavy rainfall we travel to Yellowknife. Arriving at the campground they tell us that the place is full. Nevertheless the lady at the reception still finds a small place, which is quite nice, apart from the mosquitoes.

27.7.19
Wir gehen den Tag ruhig an. Wäsche waschen, einkaufen und tanken wird am Morgen erledigt. Dann Mittagessen in einem gemütlichen Café mit gutem Internet, um wieder einmal elektronisch à jour zu werden.
Wir besichtigen auch das berühmte Prince of Wales Northern Heritage Museum, welches sehr interessant ist und die Geschichte, Geologie und Fauna dieser Gegend super erzählt.

We start the day calmly. Laundry, shopping and refueling is done in the morning. Then we have lunch in a cozy café with a good internet connection, in order to get up to date electronically.
We also visit the quite famous Prince of Wales Northern Heritage Museum, which is very interesting and tells the history, geology and fauna of this area.

Ausserdem gehen wir auch in das Diamond Center. Dort lernen wir viel Neues. Hier in der Gegend gibt es mehrere Diamant Minen, und in einem Film sehen wir etwas vom Abbau dieser Steinchen. Ach ja, kaufen kann man hier Diamanten auch. Einer der teuersten, die wir gesehen haben, hatte ein Preisschild um die 175’000 Kanadische Dollar. Wir haben lange überlegt, diesen zu kaufen…..
Eine der grössten Minen dort ist die Diavik Mine. Auf www.diavik.ca finden sich einige schöne Bilder dieser Mine. Die wurde sehr aufwändig gebaut: zuerst hat man einen Wall inmitten eines Sees gebaut, die Fische dort rausgefischt, den See ausgepumpt und dann angefangen, riesige Löcher zu bohren, um die Diamanten abbauen zu können. Im Winter wird dann über die Ice-Roads (bekannt aus dem Fernsehen) in gerade 6-10 Wochen alles schwere Material mit den LKW angeliefert, welches dann für den Rest des Jahres gebraucht wird. Laut Auskunft im Diamond Center startet dann alle 5 Minuten ein LKW auf die Ice Road nach Diavik, dies 24 Stunden am Tag. Also eine Menge an LKW’s. Aber auch hier wird die Zeit, in der die Ice Roads gebraucht werden können, immer kürzer, da die Winter wärmer werden.

Nachdem wir nun doch keine Diamanten gekauft haben und so unserer Reisebudget noch besitzen, zieht es uns in die Old Town von Yellowknife, wir spazieren der Strasse entlang, erleben hautnah, wie Wasserflugzeuge starten, klettern auf das «Bush Pilot Monument» und versuchen, im berühmten Wildcat Café eine Kaffee zu trinken, was aber nicht gelingt, da das Restaurant voll ist. Das Café ist im alten Mining Camp Stil erbaut worden, wurde über die Jahre stark vernachlässigt, dann wieder restauriert, zuletzt im Jahre 2011.

We also go to the Diamond Center. There we learn a lot of new things. Here in the area there are several diamond mines, and in a film we see some of the way how mining these stones is done. By the way, you can also buy diamonds here. One of the most expensive we have seen had a price tag of around 175’000 Canadian dollars. We have considered for a long time to buy this…..
One of the biggest mines there is the Diavik Mine. On www.diavik.ca you can find some nice pictures of this mine. It was sophistically built: first they built a wall in the middle of a lake, fished the fish out of it, pumped the lake empty and then started to drill huge holes to mine the diamonds. In winter, the Ice-Roads (known from television) deliver all the heavy material which is then used for the rest of the year
with the trucks in just 6-10 weeks, . According to information in the Diamond Center a truck starts every 5 minutes on the Ice Road to Diavik, this all day long. So a lot of trucks. But also here, the time in which the Ice Roads can be used is getting shorter and shorter as the winters get warmer.

Now since we haven’t bought any diamonds and still have our travel budget, we are drawn to the Old Town of Yellowknife, we walk along the street, experience up close how seaplanes take off, climb on the „Bush Pilot Monument“ and try to drink a coffee in the famous Wildcat Café, which doesn’t work, because the restaurant is full. The café was built in the old Mining Camp style, was neglected over the years, then restored again, last in 2011.

28.7.19
Faulenzertag!

Lazy day!

29.7.19
Es zieht uns wieder weiter. Auf dem Yellowknife Highway geht es nun südwärts, diesmal bei recht schönem Wetter. Erstaunlich ist, dass es am Strassenrand trotz des wenigen Verkehrs recht viele Kreuze hat, die auf Verkehrstote hinweisen. Und prompt: auf einmal sehen wir auf einem sehr langen geraden Strassenabschnitt am Strassenrand ein Auto mit aktivierter Warnblinkanlage, und gut 30 Meter neben der Strasse einen alten Van mit Anhänger. Die Person dieses Vans ist irgendwie von der Strasse abgekommen und dann über die gesamte Feuerschneise (das offene Gebiet zwischen der Strasse und dem Wald) gefahren und an einem kleinen Bachbord zum Halten gekommen. Natürlich haben wir angehalten, aber gemäss Auskunft eines Mannes wird keine Hilfe benötigt, da die Ambulanz im nächsten Dorf schon verständigt wurde. Wir haben dann auf dem Navi kurz nachgeschaut, wie weit dieses Dorf entfernt ist: über 110 Kilometer!
Die Fahrt geht dann weiter, auf dem MacKenzie Highway biegen wir nun nach rechts ab Richtung Fort Simpson. Hier wird recht viel gebaut, entsprechend staubig ist die ganze Sache. Wenn einem ein LKW entgegen kommt sieht man – je nach Wind – ein paar Sekunden gar nichts mehr, wenn man in dessen Staubfahne reinfährt.

We’re moving on again. On the Yellowknife Highway we head south, this time in nice weather. It is astonishing that at the roadside there are quite a lot crosses pointing to traffic fatalities. And then: suddenly we see on a very long straight road section at the roadside a car with activated hazard lights, and about 30 meters beside the road an old van with trailer. The person of the van somehow got off the road and then drove over the entire firebreak (the open area between the road and the wood) and came to a stop at a small brookboard. Of course we stopped, but according to a man no help was needed, because the ambulance in the next village was already informed. We then looked on the navigation app to see how far away this village was: over 110 kilometers!

The journey continued and we turned right on the MacKenzie Highway towards Fort Simpson. There is a lot of building going on here, so the whole thing is very dusty. If you meet a truck you can’t see anything for a few seconds – depending on the wind – when you drive into its dust plume.

Kurz vor Fort Simpson muss man den Liard River überqueren, und das geht nur per Fähre. Im Winter ist es möglich, den Fluss auf dem Eis zu überqueren. Und während der Zeit, in der der Fluss entweder am Zufrieren oder am Auftauen ist, ist der Zugang zu Fort Simpson per Auto nicht möglich.
Bei starkem Regen übernachten wir auf dem State Park, bei dem die Duschen und Toiletten geregelte Öffnungszeiten haben, ein Novum, wie wir es noch nie gesehen haben. Ab 21 Uhr wird hier nicht mehr gepinkelt und «verklemmt» bis am nächsten Morgen um 8 Uhr.
Doggeli selber bräuchte auch wieder einmal unbedingt eine Dusche, die Strecke bis hier war staubig und feucht.

Shortly before Fort Simpson you have to cross the Liard river, and that’s only possible by ferry. In winter it is possible to cross the river on the ice. And during the time when the river is either freezing or thawing, access to Fort Simpson is not possible.
In quite heavy rain we spend the night at the State Park, where the showers and restrooms have regular opening hours, a novelty we have never seen before. So, starting at 9pm, no more peeing and holding it till 8am..;-)
Doggeli himself would also need a shower once again, the trip up to here was dusty and muddy.

30.7.19

Eigentlich hatten wir geplant, eine Flugreise zu den berühmten Virginia Falls zu unternehmen. Vorreservieren konnten wir nicht, da wir ja nie genau wissen, wann wir wo sind. So haben wir spontan mit der Charter Gesellschaft Kontakt aufgenommen, die haben uns jedoch mitgeteilt, dass erst ab dem 5.8.19 wieder Plätze frei sind. Sehr schade, aber that is life. Und ausserdem wäre das Wetter eh nicht top gewesen. Die Leute dort haben uns aber noch 2 weitere Adressen angegeben, die auch solche Flüge machen. Vielleicht klappt es später.
So fahren wir wieder mit der Fähre über den Liard River und dann etwas später auf den nicht geteerten Liard Highway, der uns dann auf den berühmten Alaska Highway führen wird.
Die Fahrt ist sehr gemütlich, obwohl wir auch trotz der nicht geteerten Strasse meist mit gut 80 Km/h unterwegs sind.
In Fort Liard machen wir eine Stadtrundfahrt, welche keine 2 Minuten dauert….;-)

Actually we had planned to make a flight trip to the famous Virginia Falls. We couldn’t reserve in advance, because we never know exactly when we will be where. So we spontaneously contacted the charter company, but they informed us that there are vacancies only from 5.8.19 on. Very sad, but that is life. And the weather would not have been great anyway. But the people there gave us 2 more addresses, which also make such flights. Maybe it will work later. So we take the ferry across the Liard Lake again and then drive a little later on the unpaved Liard Highway, which will lead us to the famous Alaska Highway.
The drive is very easy, although we are on a not tarred road, driving mostly with 80 Km/h.
In Fort Liard we do a city tour, which takes less than 2 minutes…;-)

Ganz in der Nähe zum Dorf hat es einen kleinen Campground direkt am See. Obwohl es noch recht früh ist (ca. 15:00 Uhr) entscheiden wir uns, hier zu bleiben. Die Aussicht ist wunderbar. Und am anderen Seeufer hat es eine recht grosse Bishonherde, welche wir natürlich auch etwas beobachten. Die sind gemütlich am Grasen und Rumliegen.

Very close to the village there is a small campground directly at the lake. Although it is still quite early (about 15:00) we decide to stay here. The view is wonderful. And on the other side of the lake there is a quite large herd of bison, which we of course observe a bit. They are lazily grazing and lying around.

31.7.19
Am Morgen fahren wir die restlichen 200 Kilometer auf dem Liard Highway, das meiste nun geteert. Dann stossen wir beim Milepost 301 auf den berühmten Alaska Highway, der ja in Dawson Creek seinen Anfang hatte.

Das Wetter wird wieder regnerisch. Kaffeepause machen wir beim Milepost 357 (571 Km) auf dem Tetsa River Campground. Dort gibt es laut dem Heft «Milepost» die besten Cinnamon Rolls unseres Galaxienclusters. Bruno als Science Fiction Fan musste dies also doch abchecken, und ja, die Zimtschnecken waren gross und gut.

In the morning we drive the remaining 200 kilometers on the Liard Highway, most of it tarred now. Then, at Milepost 301, we come across the famous Alaska Highway, which started in Dawson Creek.

The weather gets rainy again. We have a coffee break at Milepost 357 (571 km) at the Tetsa River Campground. According to the magazine „Milepost“ here are the best cinnamon rolls of our galaxy cluster. Bruno as a science fiction fan had to check this out, and yes, the cinnamon rolls were big and good.

Es geht mit vollem Bauch auf dem schönen Alaska Highway weiter. Am Muncho Lake sehen wir unser nächstes Ziel auftauchen, die Northern Rockies Lodge (www.nrlodge.com). Diese Lodge wird seit Jahren durch einen Schweizer geführt, der neben Fischen (etwas für Mättu!!) auch Rundflüge anbietet. Aufgrund des schlechten Wetters macht ein Rundflug heute jedoch keinen Sinn.

We continue with full belly on the beautiful Alaska highway. At Muncho Lake we see our next destination appear, the Northern Rockies Lodge (www.nrlodge.com). For years this lodge has been run by a Swiss who offers fishing trips (something for Mättu!!) and sightseeing flights as well. Due to the bad weather such a sightseeing flight makes no sense.

So steuern wir nach dem Mittagessen in der Lodge unser Tagesziel an: die Liard Hot Springs. Wir ergattern dort einen Stellplatz auf dem Camping, packen dann unser Badezeugs ein und wandern auf einem gut 700 Meter langen Holzsteg zu der heissen Quelle. Super toll. Wir geniessen das warme bis (sehr) heisse Wasser, schwatzen mit anderen Badenden und vergessen beinahe die Zeit. Ziemlich durchgeweicht geht es dann zurück zum Platz, wo wir auf dem Grill unser Fleisch braten.

After lunch at the lodge we head for our destination of the day: the Liard Hot Springs. We grab a place on the camping site, pack our bathing clothes and walk on a 700 meter long wooden walkway to the hot spring. Absolutely great. We enjoy the warm to (very) hot water, chat with other bathers and almost forget the time. But then we go back to the campground where we roast our meat on the grill.

1.8.19
Hier weiss niemand, dass heute der wichtige erste August ist, schon speziell….
Wir fahren auch heute auf dem Alaska Highway weiter, und das macht von der Aussicht her viel Spass.

Here, nobody knows that is is the important first of August, very special….
Today we continue on the Alaska Highway, which is a lot of fun from the point of view.

An einer uralten Servicestation (eines der Gebäude ist sehr windschief) halten wir an, da unsere iOverlander App den Hinweis geliefert hat, dass man hier den günstigsten Diesel der Umgebung tanken kann. Da wir zuletzt in Yellowknife getankt haben, ist es nun nach fast 1’600 Kilometer wieder einmal Zeit, Doggeli etwas neues Futter zu geben. An einer Tanksäule aus dem letzten Jahrhundert (was sicherlich stimmt) mit noch analogen Anzeigen tanken wir gut 210 Liter, dies mit einer sehr langsamen Tankgeschwindigkeit. Entsprechend lange hat das gedauert. Die Dame von der Tanke gibt uns ob der vielen Liter noch einen Spezialrabatt von knapp 2 Cents pro Liter. Und die 2 Kaffee, die Susanne während dem Tanken geholt hat, sind auch noch gratis.
Gut 60 Kilometer weiter kommen wir in Watson Lake an, welches sehr bekannt ist wegen dem riesigen Schilderwald, jeder kann ein Schild dort anbringen. Wir spazieren gemütlich durch diesen Irrgarten, gehen dann einkaufen und essen in einem Restaurant was zu Mittag. Anschliessend verbringen wir längere Zeit in der Public Library, um wieder einmal (langsames) Internet «zu geniessen».

At an ancient service station (one of the buildings is very crooked) we stop, because our iOverlander App has given the hint that you can refuel here with the cheapest diesel in the area. Since we last refuelled in Yellowknife it is now time to give Doggeli some new food after almost 1’600 kilometers. At a petrol pump from the last century (which is certainly true) with still analogue displays we refuel a good 210 liters, this with a very slow fuel speed. This took a correspondingly long time. The lady of service station gives us, because of the many liters fueled, a special discount of 2 cents per liter. And the 2 coffees that Susi got while filling up the tank are also free.
A good 60 kilometers further on we arrive in Watson Lake, which is world famous for the
huge sign post forest, where everybody can attach a sign. We stroll lazily through that maze, then we go shopping and have lunch in a restaurant. Afterwards we spend some time in the Public Library to „enjoy“ the (slow) internet again.

So studieren wir dort auch ziemlich intensiv das Wetter. Ursprünglich wollten wir von hier aus gegen Norden nach Dawson City und dann auf den Dempster Highway nach Inuvik. Dort wird aber das Wetter gerade recht schlecht und vor allem kalt. Gegen Westen, also Richtung Skagway und dann Anchorage sieht das Wetter besser aus. Also entscheiden wir uns, den Plan – wieder einmal – zu ändern und zuerst gegen Skagway zu fahren. Uns ist klar, dass die Gefahr, dann beim Rückweg wieder für den Dempster Highway schlechtes Wetter zu haben, da ist. Nun: that’s life. So fahren wir also gegen Westen bis zum Big Creek Territorial Park weiter. Und da ja der erste August ist, gibt es heute ein Fondue. Nun wissen die Kanadier, was das für ein Tag ist: Käsestinktag der Schweizer.

We also study the weather there quite intensively. Originally, we wanted to go north to Dawson City and then on the Dempster Highway to Inuvik. But there the weather is getting bad and cold. In the west, towards Skagway and then Anchorage, the weather looks better. So we decide to change the plan – once again – and drive to Skagway first. We realize that the danger of bad weather for the Dempster Highway on the way back is there. But: that’s life.
So, we continue towards the west till the Big Creek Territorial Park. And since it’s the first of August, we have a fondu today. Now the Canadians know what a day it is: cheese stink day of the Swiss.

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