30.8.-7.9.2019

30.8.19
Heute ist ein Transit-Tag. Doch bevor wir auf dem Alaska Highway von Tok gegen Süden fahren, lassen wir bei einem Mechaniker noch die Reifen rotieren, damit so auch die Ersatzreifen gebraucht werden. 
Während die Techniker die Reifen ummontieren, unterhält sich Bruno mit dem Chef. Auch die Geschichte mit den Injektoren wird thematisiert, und der Chef kann über die Kosten nur den Kopf schütteln. Aber, so er, die grossen Niederlassungen agieren alle so. Es sei besser, sich an unabhängigen «Shops» zu orientieren, wenn was schief geht. 
Der Chef gibt uns dann noch einige Tipps für unterwegs, und da er aus dem Osten der Staaten ist, schlägt er vor, unbedingt die Gegend im September um den Adirondack Park, Vermont und Lake Placid anzuschauen, dies sei in dieser Zeit superschön. 
Die Fahrt auf dem Alaska Highway ist wiederum genial. Bäume, Flüsse, Seen, Berge: immer wieder schön anzuschauen. An der Grenze zu Kanada gibt es wieder einmal eine längere Wartezeit. Der kanadische Zöllner will diesmal allerlei wissen, und dies sehr genau. 
Weiter geht es dann recht lange am Kluane River entlang bis wir am Kluane Lake auf einem State Park anhalten, wieder einmal Feuer machen und darauf unsere Filet Mignon braten. Die Aussicht hier ist ebenfalls wunderbar.

Today is a transit day. But before we drive south from Tok on the Alaska Highway, we have the tires rotated at a tire shop, so that all tires are used equally. While the mechanics change the tires, Bruno talks to the boss. Also, the story with the injectors is discussed, and the boss can only shake his head about the costs. But, he says, the big dealerships all act like this. It’s better to go to independent shops when things go wrong. 
The boss then gives us a few tips, and since he is from the east of the states, he suggests that we absolutely visit the area around Adirondack Park, Vermont and Lake Placid in September, this would be really beautiful at this time. 
The drive on the Alaska Highway is again ingeniously beautiful. Trees, rivers, lakes, mountains: always beautiful to look at. At the border to Canada there is once again a longer waiting time. The Canadian customs officer wants to know all kinds of things this time, and this very exactly. We continue quite long along the Kluane River, until we stop at the Kluane Lake on a State Park, once again make a fire and fry our filet mignon on it. The view here is just awesome.

31.8.19
Die Fahrstrecke heute ist recht kurz. Zuerst geht es nach Haines Junction, wo wir in einer schmucken Bäckerei was Kleines zu uns nehmen, um dann nach insgesamt knapp 130 Kilometer am Kathleen Lake auf dem Campingplatz zu landen.

The driving distance today is quite short. First, we go to Haines Junction, where we have a snack in a nice bakery, then after 130 kilometers we land at Kathleen Lake on the campground.

Gegen 14:00 Uhr macht sich Bruno auf den Weg, um den schon zuhause gefundenen Wanderweg auf den «King’s Throne» zu unternehmen.

Around 2pm Bruno sets out to go on the hiking trip to the „King’s Throne“ he already found at home. 

Input Bruno:
Warum tut man(n) sich dies an? Auf der App «AllTrails» sieht die Wanderung zwar steil aus und ist nicht allzu lang, dennoch als «schwer» bezeichnet. Und die Bilder mit der Aussicht auf dem Gipfel sind der Hammer.

Input Bruno:
Why do you do this to yourself? On the app „AllTrails“ the hike looks steep, is not too long, but still rated „difficult“. And the pictures with the view from the top are awesome.

Hier die Daten: 13 Kilometer hin und zurück, knapp 1’400 Höhenmeter rauf und wieder hinunter.
Hier die Realität (meine): die Daten stimmen. Was aber in der Praxis auf einen wartet ist schon harter Tobak. Die ersten gut 2 Kilometer sind flach, und dann geht es nur noch steil bergauf. Zuerst in den Bäumen auf einem guten Boden, dann wird es steinig und hat viel Geröll. Nach etwa der Mitte gibt es einen kleinen flachen Platz, der zum Verweilen einlädt. Bisher ging es noch gut, zwar recht anstrengend, und es hat auch noch andere Wanderer. Also weiter. Die Strecke geht nun einer Krete entlang, die gut 40 Grad steil ist. Dies auf Geröll, versehen mit einigen Stufen, welche teilweise erklettert werden müssen. Ausserdem ist hier nun niemand mehr gegen oben unterwegs. Alle 30 bis 40 Meter muss ich einen kurzen Halt zum Verschnaufen einlegen. So kämpfe ich mich in einer Stunde gerade mal gut einem Kilometer weiter. Dann kommt so ein Prototyp eines jungen Wanderers entgegen, in top Form, und sagt mir, dass es weiter oben noch etwas steiler wird. Und lächelt dabei. Ich lächle zurück, oder wenigstens glaube ich zu lachen….Er macht sich dann wie eine Berggeiss auf den Weg nach unten, und ich wie eine Dampflok nach oben.

Der Gedanke, hier umzudrehen kommt immer häufiger. Aber die Aussicht ist schon super, wie ist sie dann erst ganz oben. Also schleppe ich mich weiter. Eine gute Stunde später bin ich dann auf dem letzten eher flachen Stück angekommen, der Wind ist kalt und stark. Laut Naviapp geht es hier noch gut 800 Meter bis zum Gipfel, die über mühsame Felststraversen führen. Absolut gesehen nicht schwierig, wenn aber die Kraft nicht mehr da ist, wird sowas zu einer grossen Herausforderung.

Vier Stunden nach dem Start bin ich oben. Kaputt. Keine Menschenseele. Frage mich wieder, warum man(n) sich auf eine solche Wanderung einlässt, bin nicht mehr 20 oder 25 Jahre alt, als ich noch in top Form und gut 25 Kilogramm leichter war. Jetzt mit 100 Kg und einem BMI, der die Skala beinahe sprengt, eine solche Wanderung zu machen ist blödsinnig und verantwortungslos….oder etwa nicht? Ich weiss es heute noch nicht.
Hinzu kommt, dass ich lediglich einen halben Liter Wasser mitgenommen habe, und 3 Brötchen. Nicht gerade etwas für diese körperlichen Anstrengungen…..auch nicht intelligent.

Die Aussicht? Schaut die Fotos an, die sprechen für sich. Ich war aber zu müde, um mich um gute Bilder zu kümmern, zu «komponieren», sondern habe einfach nur abgedrückt.

Here are the statistics: 13 kilometers there and back, just under 1,400 meters up and down.
Here’s the reality (mine): the data is correct. But what is waiting for you in practice is hard tubacco. The first 2 kilometers are flat, and then it’s only steep uphill. First in the trees on good ground, then it gets rocky and has a lot of small rubble. After about half way there is a small flat place, which invites you to have a break. So far it went well, though quite exhausting, and there are also other hikers. The path now goes along a ridge that is a good 40 degrees steep. This on rubble, and with some steps which have to be partly climbed. Besides, there is no one on the way to the top anymore. Every 30 to 40 meters I have to make a short stop to catch my breath. So, I fight my way just one kilometer further in one hour. Then a prototype of a young hiker comes along, in top shape, and tells me that it gets even a bit steeper further up. And smiles at the same time. I smile back, or at least I think I’m smiling…He then makes his way down like a mountain goat, and I go up like a steam locomotive.


The thought of turning back here comes more and more often. But the view is already great, how is it then at the top? So I drag myself on. A good hour later I arrive on the last rather flat stretch, the wind becomes cold and strong. According to the navi-app, it’s still a good 800 meters to the top from here, leading over laborious rock traverses. Absolutely not difficult, but when the power is not there anymore, it becomes a big challenge.

Four hours after the start I’m at the top. Exhausted. Not a soul around. Ask me again why I did such a hike like that, I’am not 20 or 25 years old anymore, when I was still in top form and easy 25 kilograms lighter. Now with 100 kg and a BMI that almost goes beyond the scale, doing such a hike is stupid and irresponsible….isn’t it? I don’t know yet.
In addition, I took only half a liter of water with me, and 3 bread-rolls. Not exactly something for these physical exertions….. also not intelligent.


The view? Look at the photos, they speak for themselves. But I was too tired to take care of good pictures, to „compose“ them, but I just pulled the release of the camera.

Der Abstieg beginnt. Und wohl zum tausendsten Mal bin ich froh um die Wanderstöcke. Viel schneller als rauf geht es nicht. Und man muss sich extrem konzentrieren, um nicht einen Misstritt zu machen oder auf dem Geröll auszurutschen. Bei diesem steilen Bergweg kann ein Fehler zu schweren Verletzungen führen, oder zum Absturz auf dem Bergrat. Hinzu kommen die müden Beine und die Knie, die vor lauter Überlastung bei jedem Schritt laut aufheulen.

Es wird langsam dunkler, die für Fotografen schöne blaue Stunde ist angebrochen (kurz nach Sonnenuntergang), trotz Müdigkeit mache ich noch Stopps zum Fotografieren. 

The descent begins. And probably for the thousandth time I am happy about the walking sticks. It doesn’t go much faster than up. And you have to concentrate extremely in order not to make a bad step or slip on the rubble. With this steep mountain path, a mistake can lead to serious injuries or to a fall on the mountain ridge. In addition, there are the tired legs and the knees, which howl loudly at every step because of the overload.

It slowly gets darker, the blue hour, which is nice for photographers, has started (shortly after sunset), despite my tiredness I still stop to take pictures. 

An einem Punkt sehe ich eine kleine Steinlawine runtergehen, relativ weit entfernt. Und dann etwas unterhalb der Lawine sehe ich einen Bären. Das lässt mich momentan kalt. Etwas weiter unten löst sich gut 100 Meter neben mir eine grosse Steinlawine, aber auch da habe ich keine Energie mehr, etwas zu fühlen. Die werden den Wanderweg ja in sicherem Gelände realisiert haben…..oder etwa nicht? Die Natur ist ja unberechenbar. Egal. Ich gehe weiter, immer noch bei jedem Schritt voll konzentriert, um ja nicht auszurutschen.
Dann endlich: ich komme zu der Baumgrenze, es geht zwar immer noch runter, aber der Weg wird einfacher. Und plötzlich kommt mir ein junges Pärchen entgegen, mit grossen Rucksäcken, beide Typ Fotomodell für Wanderausrüstung, in top Form, und sie mit extrem weissen Zähnen (dass einem so etwas auffällt!!). Wir sprechen etwas zusammen, die beiden wollen heute noch ganz nach oben (es ist jetzt gut 20:00 Uhr), dort übernachten (nur mit Schlafsack, ohne Zelt) und vor allem die Aurora Borealis beobachten, die heute besonders stark sein soll. Munteren Schrittes ziehen die beiden weiter, und ich schlurfe Richtung Camping Platz.
Gegen 21:00 Uhr treffe ich auf unserem Platz ein, die Muskeln spüre ich nicht mehr, und die Knie habe ich irgendwo auf dem Weg verloren. Susanne macht eine Suppe, und hat keinerlei Mitleid mit mir. Sie sagt nur, sie habe schon von Anfang an gewusst, dass diese Wanderung zu hart ist. Recht hat sie.
Die Moral der Geschichte? Soll man nun stolz sein auf die Leistung, sowas mit meiner Form (oder eben nicht-Form) gemacht und durchgestanden zu haben, oder war es nur ein dummes Gezwänge, das bös hätte enden können? 
Und ja, einige der sportlich topfitten Leser dieses Blogs werden nun wohl genüsslich lächeln. Kann ja nicht so schlimm gewesen sein. 
Ob ich es wieder machen würde? Nie im Leben….ausser besser ausgerüstet mit Nahrung und gut 20 Kilogramm leichter sowie besser trainiert. 
Auf jeden Fall: mit ein paar Tagen Abstand beim Blog Schreiben ist es so, dass der Stolz überwiegt, auch wenn immer noch der Muskelkater gut spürbar ist.

At one point I see a small stone avalanche going down, relatively far away. And then a little below the avalanche I see a bear. That leaves me untouched at the moment. A little further down a big stone avalanche dissolves about 100 meters next to me, but also there I have no more energy to feel anything. They will have built the hiking trail in safe terrain…..won’t they? Nature is unpredictable. Never mind. I go on, still fully concentrated with every step, so as not to slip.
Then finally: I come to the tree line, it still goes down, but the way becomes easier. And suddenly a young couple comes towards me, with big backpacks, both the type photo model for hiking equipment, in top shape, and she with extremely white teeth (strange that you notice something like that!!). We talk together, the two want to go to the top today (it’s now about 20:00), spend the night there (only with sleeping bag, without tent) and especially watch the Aurora Borealis, which is supposed to be especially strong today. With a cheerful step the two of them move on, and I shuffle towards the camping site.
Around 9 pm I arrive at our campsite, I don’t feel the muscles anymore, and I lost my knees somewhere on the way. Susanne makes a soup and has no pity for me. She just says she knew from the beginning that this hike was too hard. She is right.


The moral of the story? Should one now be proud of the achievement to have done something like this with my form (or not form) and to have survived, or was it only a stupid idea that could have ended badly? 
And yes, some of the sporty and fit readers of this blog will smile with pleasure. Couldn’t have been that bad. 
Would I do it again? Never in my life…except better equipped with food and a good 20 kilograms lighter and better trained. 
In any case: with a few days distance when writing this blog, pride prevails, even if I can still feel the aching muscles.

Input Susanne:

Derweil Bruno auf seiner Wanderung ist, mache ich es mir auf unserem Platz gemütlich. Bevor Bruno losgezogen ist, hat er mir noch einen Haufen Holz gehackt. So zünde ich bereits um 16 Uhr ein Feuer an und geniesse den freien Nachmittag. Gegen den späteren Nachmittag kommt zuerst unser direkter Nachbar mit seinem Hund vom Wandern zurück und fängt ein Gespräch mit mir auf unserem Platz an. Er plaudert munter drauf los und ist sehr an Doggeli und dessen Reise bis hierhin interessiert. Er wirkt sympathisch, wenn auch ein wenig ungepflegt, und sein Hund ist auch sofort Fan von mir. Als ich dann in einem Nebensatz erwähne, dass mein Mann auf einer Wanderung sei, kommt ihm sofort in den Sinn, dass er noch Kochen müsse und verzieht sich ohne weitere Worte in seinen Camper. Hm, komisch…


Etwas später kommt ein anderer Nachbar, welcher bereits ein paar Mal an unserem Platz vorbei spaziert ist, vorbei. Auch er interessiert sich sehr für Doggeli und ich habe schwer den Eindruck, auch für mich. Er erwähnt auch, dass er, Scott, früher mal Weltcup Skirennen für Kanada gefahren ist und daher öfters in der Schweiz war. Erwähnen tut er auch, dass wenn es mir gegen Abend langweilig werden solle, ich durchaus bei ihm vorbeikommen könne. Zu diesem Zweck zeigt er mir gleich genauestens, wo sich sein Zelt befindet…..
Der Ranger kommt dann auch noch persönlich bei mir am Platz vorbei und lädt mich zu seinem Campfire Talk ein. Diese Einladung nehme ich dann sehr gerne an. Das hat sich wirklich gelohnt, er erzählt viel von der Entstehung von Gletschern und von der Klimaerwärmung und was jeder Einzelne zu deren Verhinderung beitragen kann. In einem Brainstorming sammeln die Anwesenden dann noch eigene Punkte zur Verbesserung des Klimas. Ich bin schon sehr überrascht, dass die Kanadier auf solche Gedanken kommen. Dass man aber den Automotor beim Besuch der Tankstelle oder des Supermarktes abstellen kann, dass erwähnt keiner. Aber sonst kommen wirklich einige gute Ideen. 
Nach dem Campfire Talk verziehe ich mich dann im Doggeli und weil es angefangen hat zu regnen, warte ich drinnen auf Bruno. 
Dass ich ihm bei seiner Rückkehr eine Suppe gemacht habe, hat er ja vorhin schon erwähnt. Ich setzte mich zu ihm auf die Bank und leiste ihm Gesellschaft. Mit langem Blick geht Scott der Skifahrer zwei Mal bei uns vorbei. Ob er wohl enttäuscht ist, dass es mir nicht langweilig geworden ist 🙂
Bruno findet das Interesse der Männer auf dem Platz an mir gar nicht so lustig. Man(n) können mich ja keinen Nachmittag alleine lassen, ihm sei so etwas auf seiner Reise vor drei Jahren nie passiert. 
Gegen Mitternacht summt der Wecker, da es aber regnet sehen wir von den Aurora Borealis absolut nichts. Das ist sehr schade. Also weiterschlafen, was für Bruno kein Problem darstellt.

Input Susanne:
While Bruno is on his hike, I make myself comfortable on our place. Before Bruno left, he chopped me a pile of wood. Thus, I light a fire already at 4 pm and enjoy the free afternoon. In the late afternoon our direct neighbour returns with his dog from hiking and starts a conversation with me at our place. He starts chatting and is very interested in Doggeli and our journey up to here. He seems likeable, even if a little unkempt, and his dog is also an immediate fan of me. When I then mention in a subordinate sentence that my husband is on a hike, it immediately occurs to him that he still has to cook and disappears into his camper without further ado. Hm, funny…

A little later another neighbour, who has already walked past our place a few times, comes along. He is also very interested in Doggeli and I have a hard impression, also for me. He also mentions that he, Scott, used to ski World Cup races for Canada and therefore often went to Switzerland. He also mentions that if I get bored in the evening, I can come and see him. For this purpose, he shows me exactly where his tent is.
The ranger drops by and personally invites me to his Campfire Talk. I accept his invitation very gladly. That was really worth it, he talks a lot about the formation of glaciers and about global warming and what each individual can contribute to their prevention. In a brainstorming session the participants collect their own points for improving the climate. I am very surprised that the Canadians come up with such ideas. But nobody mentions that you could also turn off your cars engine at the gas station or the supermarket. But otherwise there are really some good ideas. 

After the Campfire Talk I go inside Doggeli because it started to rain and wait for Bruno. That I made him a soup on his return, he already mentioned earlier. I sat down with him on the bench and kept him company. With a long look Scott the skier passes by twice. Is he disappointed that I didn’t get bored? Bruno doesn’t find the interest of the men on the campground in me so funny, you can’t leave me alone in an afternoon, something like this never happened to him on his trip three years ago….
Around midnight the alarm clock goes off, but because it rains we don’t see anything of the Aurea Borealis. That is very sad. So we sleep on, which is no problem for Bruno.

1.9.19
Bruno kommt vor lauter Muskelkater kaum aus dem Bett, und auch normalste Bewegungen sind schmerzhaft. Susanne hat aber immer noch kein Mitleid.
Wir fahren zurück nach Haines Junction und nehmen von dort weiter den wunderbaren Alaska Highway bis nach Whitehorse, wo es wieder einmal zum Einkaufen, Tanken und A+W Burger verspeisen geht.
Es folgt eine Transitetappe bis zum Big Creek Campground, an dem wir am ersten August schon waren. Aber keine Angst, es riecht hier nicht mehr nach Fondue.

Bruno hardly gets out of bed because of sore muscles, and even the most normal movements are painful. But Susanne still has no pity.
We drive back to Haines Junction and take the wonderful Alaska Highway to Whitehorse, where we go shopping, refueling and eating A+W burgers.
Then we drive on to the Big Creek Campground, where we already were on the first of August. But don’t worry, it doesn’t smell like fondue anymore.

2.9.19
Der Morgen kommt rasch, und es regnet ganz leicht. Die ersten Kilometer geht es zuerst dem Alaska Highway entlang, dann biegen wir auf den ebenfalls recht bekannten Cassiar Highway ab.
Das Wetter will aber nicht so recht, es hat viele dichte Wolken und so ist die Landschaft von den Farben her nicht gerade sehr fotogen. Trotzdem: diese gut 500 Kilometer, die wir auf diesem Highway heute fahren sind super schön, es geht vorbei an recht hohen Bergen, vielen Seen, durch schöne Täler und natürlich entlang vieler Wälder, welche aber teilweise vor längerer Zeit abgebrannt sind.
Den ganzen Tag haben wir keinen Telefonempfang, nicht einmal im Dorf Dease Lake, da laut Auskunft von Einheimischen der Funkmast für die Telefonie noch nicht repariert worden sei.Gegen 16:00 Uhr treffen wir in Bell II ein. Wäsche waschen ist angesagt. In der Laundry trifft Susanne auf einen «Follow me» Fahrer, der bei der hier nahen Baustelle arbeitet. Er unterhält sich während zwei Waschgängen und anschliessendem Tumblern angeregt mit Susanne. Er sei früher Profihockeyspieler gewesen und hätte auch mal einen Vertrag für die Schweiz angeboten bekommen. Nach ungefähr 2 Stunden kommt Bruno nachschauen, wie es mit der Wäsche so läuft. Wir unterhalten uns dann zu dritt gut noch eine Stunde. Wovon meist der Hockeyspieler etwas erzählt. Spannend ist es auf alle Fälle. Der Arme hat ja in seinem «Follow me-Auto» den ganzen Tag niemanden zum Sprechen/Zuhören.

The morning arrives quickly, and it is raining lightly. The first kilometers we drive along the Alaska Highway, then we turn onto the Cassiar Highway.
The weather is not very good, there are many dense clouds and the landscape is not very photogenic. Nevertheless: the 500 kilometers that we drive on this highway today are super beautiful, it goes past quite high mountains, many lakes, through beautiful valleys and of course along many forests, some of which burned down a long time ago.
The whole day we have no telephone reception, not even in the village Dease Lake, because according to information of locals the radio pole for the phones has not been repaired yet. Around 4pm we arrive in Bell II. Doing laundry comes next. In the laundry Susanne meets a „Follow me“ driver who works at the nearby construction site. He talks to Susanne during two washing cycles and subsequent tumble drying. He used to be a professional hockey player and would have been offered a contract for Switzerland. After about 2 hours Bruno comes to see how the laundry is going. Then the three of us talk for another hour. Mostly the hockey player is doing the talking. It is interesting in any case. The poor guy has nobody to talk to in his „Follow me-Auto“ all day long.

3.9.19
Nach dem Frühstück fahren wir die recht kurze Strecke nach Stewart. Unterwegs halten wir am bekannten Bear Glacier Aussichtspunkt an.

After breakfast we drive the quite short distance to Stewart. On the way we stop at the famous Bear Glacier vantage point.

Von dort geht es ohne Grenzübertritt nach Hyder/USA. Da hatt es eine Wildbeobachtungsstelle, an der endlos viele lebendige und noch mehr tote Lachse zu sehen sind, und wenn man Glück hat auch Bären. Leider sehen wir keine Bären, und der Geruch der toten Lachse ist nicht gerade Appetit anregend. 

From there it goes without border crossing to Hyder/USA. There is a wildlife observation spot where you can see an endless number of living and even more dead salmon, and if you are lucky, bears too. Unfortunately, we don’t see any bears, and the smell of the dead salmon is not very appetizing. 

Wir fahren nun weiter und klettern auf einer guten, aber teils löchrigen Schotterstrasse zum Aussichtspunkt des Salmon Glaciers. Kurz vor dem Endpunkt aber fahren wir in sehr dicken Nebel ein. Wir beschliessen aber doch noch etwas zu warten, kochen eine Suppe und hoffen, dass sich der Nebel lichtet. Und wir haben Glück, nach gut 1.5 Stunden verschwindet der Nebel und eröffnet ein wahnsinniges Panorama.

We drive on and climb on a good, but partly pitted gravel road to the viewpoint of Salmon Glacier. Shortly before the end point, we get into very thick fog. We decide to wait a bit, cook a soup and hope that the fog will clear. And we are lucky, after about 1.5 hours the fog disappears and opens up an incredible panorama.

Auf dem gleichen Weg geht es zurück, diesmal mit einer Grenzkontrolle für den Eintritt nach Kanada (und ja, es hatte eine Zeitumstellung gegeben) bis auf den riesigen und irgendwie märchenhaften Campingplatz von Stewart, wo wir viele moosbehangene Bäume vorfinden. Und wo Moos ist ist auch Wasser nicht weit, so fängt es am späteren Nachmittag an zu regnen. 

On the same way we go back, this time with a border control for the entry to Canada (and yes, there had been a time change) till to the gigantic and somehow fairytale-like campground of Stewart, where we find many mossy trees. And where moss is also water is not far, so it starts to rain in the late afternoon. 

4.9.15
Wir fahren die rund 60 Kilometer von Stewart zur Meziadin Kreuzung zurück und kommen dort wieder auf den Cassiar Highway. An dieser Kreuzung sehen wir einen Schwarzbären, der gemütlich am Strassenrand rumläuft, und auf der anderen Seite der Strasse einen Mann, der mit gezückter Kamera so nahe wie möglich an den Bären rangehen will. So was Dummes. Auch wenn überall kommuniziert wird, Bären nicht zu verfolgen, sie in Ruhe zu lassen oder wenigstens aus grösserer Distanz zu beobachten gibt es immer wieder Leute, bei denen das Wenige an Gehirn beim Sehen eines Bären nochmals schrumpft.

Am Mittag kommen wir in Smithers an. Dort gehen wir zu der Dodge Niederlassung, die uns vom Follow-Me Fahrer vor zwei Tagen empfohlen wurde. Denn wir haben entdeckt, dass am Turbo, den wir in Portland vor erst knapp 12’000 Kilometern ersetzt haben, wieder Öl austritt. Die Serviceleute dort sind absolut der Hammer, nehmen sich Zeit, das Ganze anzusehen. Es ist noch nicht bedenklich, aber es ist klar, dass der Turbo ersetzt werden muss. Und da leider hier die Leute für die nächsten 10 Tage komplett ausgebucht sind, kontaktieren wir die Garage in Portland. 
Nach einem langen Telefonat entschliessen wir uns, wieder nach Portland zu fahren, damit dort der Turbo auf Garantie ersetzt werden kann. Eigentlich hätten wir geplant, von hier aus nach Prince George und dann zum Banff und Japser National Park zu fahren. Je nach Timing wird dies nun knapp.

Da es hier in Smithers etwas gedauert hat entschliessen wir uns, am nahen Tyhee Lake auf den Provincial Park zu gehen. Die Abendstimmung am Seeufer, an dem wir unseren Kaffe nach dem Abendessen trinken gehen ist absolut toll.

We drive about 60 kilometers from Stewart back to the Meziadin junction and hit again the Cassiar Highway. At this junction we see a black bear walking comfortably by the side of the road, and on the other side of the road a man trying to get as close to the bear as possible with his camera pulled out. Such a stupid thing. Even though it is communicated everywhere not to pursue bears, to leave them alone or at least to observe them from a greater distance, there are always people where the little of their brain shrinks again when they see a bear.

At noon we arrive in Smithers. There we go to the Dodge dealership recommended to us by the Follow-Me driver two days ago. We discovered that the turbo that we replaced in Portland just 12,000 kilometers ago is leaking oil again. The service people there are absolutely awesome, they take their time to look at the whole thing. It’s not critical yet, but it’s clear that the turbo has to be replaced. And since unfortunately the people here are fully booked for the next 10 days, we contact the garage in Portland. 
After a long phone call, we decide to go back to Portland so that the turbo can be replaced there under warranty. We had planned to drive from here to Prince George and then to Banff and Japser National Park. Depending on the timing this will now be tight.


Since it took some time here in Smithers, we decide to go to the Provincial Park at nearby Tyhee Lake. The evening atmosphere at the lake shore, where we have our coffee after dinner, is absolutely great.

5.9.19
Heute gibt es einen Transittag, rund 600 Kilometer in 7 Fahrstunden bringen uns zuerst auf dem Yellowhead Highway und dann auf dem Cariboo Highway nach Williams Lake. Mittagessen gibt es in einem deutschen Restaurant (Jägerschnitzel, super fein) in Vanderhoof, das das geografische Zentrum von British Columbia darstellt.
In Williams Lake landen wir wieder auf dem gleichen Campingplatz wie als wir von Bella Coola zurückkamen, irgendwie eine Ewigkeit her. Zu Fuss gehen wir dann in den gleichen Diner essen. 

Today is a transit day, about 600 kilometers in 7 driving hours bring us first on the Yellowhead Highway and then on the Cariboo Highway to Williams Lake. Lunch is served in a German restaurant (Jägerschnitzel, super fine) in Vanderhoof, which is the geographical centre of British Columbia.
In Williams lake we land again on the same campground as when we came back from Bella Coola, somehow an eternity ago. On foot we head out to eat at the same diner. 

6.9.19
Es geht weiter südwärts, heute werden es aber «nur» 400 Kilometer. Nach Williams Lake gehen wir wieder einmal Tanken, bei den First Nations gibt es den günstigsten Sprit, also halten wir beim Chief Will-Yum Gas Bar. Auf dem Cariboo Highway geht es dann bis zur Ortschaft 100 Mile House. Während Susanne einkaufen geht, lümmelt Bruno im schon einmal besuchten Kaffee rum und gönnt sich zum Znüni einen warmen Schokoladen-Muffin. Im Restaurant sitzt eine Horde ausgewanderte, wohl schon länger pensionierte Schweizer und veranstalten eine Mini-Party. 
Weiter südlich essen wir in der Bear Claw Lodge zu Mittag, bevor wir auf den Trans Canada Highway abbiegen. Dieser führt uns dem schönen Tal des Thompson Rivers entlang bis nach Hells Gate.

We drive on southwards, but today „only“ 400 kilometers. After Williams Lake we go refueling again, at the First Nations we get the cheapest fuel, so we stop at the Will-Yum Gas Bar. On the Cariboo Highway we drive to the village 100 Mile House. While Susanne goes shopping, Bruno lounges around in the already visited coffee shop and treats himself to a warm chocolate muffin. In the restaurant there is a horde of emigrated, retired Swiss people having a mini-party. 
Further south at noon, we eat in the Bear Claw Lodge before we turn onto the Trans Canada Highway. This leads us along the beautiful valley of the Thompson River to Hells Gate.

In Hells Gate hat es eine kleine Bergbahn, die von einer Thuner Firma vor über 50 Jahren hier montiert wurde. Wir besteigen die Kabine und lassen uns zum Fluss nach unten tragen. Hier ist eine recht starke Stromschnelle, und die Fische haben eine aufwändige Fischtreppe installiert gekriegt, als die Kanadier nach der Sprengung eines Bohrloches für einen Eisenbahntunnel beinahe den ganzen Fluss verbarrikadiert haben. Die Anlage hier ist hübsch gemacht, und sie haben super feine Glacé.

In Hells Gate is a small mountain railway that was installed here by a company from Thun/Switzerland more than 50 years ago. We board the cabin and are carried down to the river. Here you find rather strong rapids, and the fish have gotten an elaborate fish ladder installed when the Canadians, after the blasting of a borehole for a railway tunnel, almost barricaded the whole river. The facilities here are nicely done and they have super fine ice-cream.

Etwas weiter südlich halten wir wieder an und machen eine kleine Wanderung zu einer Suspension Bridge. Diese ist recht gross und daher auch recht eindrücklich.

A little further south we stop again and make a small hike to a Suspension Bridge. This one is quite big and therefore quite impressive.

Wir beschliessen den Tag in Hope, auf einem Campingplatz, direkt am Thompson River mit tollster Aussicht. Für ein Lagerfeuer hat es leider zu viel Wind. 

We end the day in Hope, on a campground directly at the Thompson River with the best view. Unfortunately, there is too much wind for a campfire. 

7.9.19
Nach dem Frühstück mit Fluss-Aussicht geht es zu den Bridal Veil Falls. Nein, Scotty hat uns nicht an die Niagara Fälle gebeamt, sondern etwas südlich von Hope hat es kleine Wasserfälle mit dem gleichen Namen.

After breakfast with a view of the river we head to the Bridal Veil Falls. No, Scotty didn’t beam us to the Niagara Falls, but a little south of Hope there are small water falls with the same name.

Dann folgt eine kurze Etappe auf der Autobahn, bis wir in Sumas über die Grenze nach Amerika wollen. Da Bruno zu ehrlich ist und angibt, dass wir noch Feuerholz im Auto haben, werden wir auf einen separaten Parkplatz geleitet. Ein Beamter durchsucht nun das ganze Auto nach «verbotenen» Waren und findet – neben dem Holz natürlich – im Kühlschrank noch eine Viertel-Knoblauchzehe, die er entsorgt. Das Holz selber müssen wir zu Fuss auf die kanadische Seite zurückbringen und dort hinter einem Schuppen einfach liegen lassen. Das Ganze kostet uns eine Stunde. Aber die Zöllner waren allesamt echt freundlich und hilfsbereit.
Weiter geht es auf Nebenstrassen der Küste entlang. Genial ist der kleine Larabee State Park, wo wir auch etwas zu Mittag essen. Als wir gemütlich unsere Suppe löffeln, fahren zwei Männer mit einem wunderschönen Ford Mustang Cabrio auf den Parkplatz. Während natürlich der Motor weiter läuft steigen die beiden aus und machen Selfies. Dann reden sie mit anderen Amis. Unterdessen haben wir unsere Suppe gegessen, aufgeräumt und schauen auch noch die Aussicht an. Gut 20 Minuten sind vergangen seit der Ankunft, der Motor blubbert immer noch. 
Über Nebenstrassen geht es weiter bis nach Coupeville, wo wir mit der Fähre nach Port Townsend übersetzen. So sind wir nun auf der Art Halbinsel des grossen Olympic National Parkes angekommen. 

Then after a short hop on the freeway we cross the border to America in Sumas. Since Bruno is too honest and says that we still have some firewood in the car, we are directed to a separate parking lot. An officer now searches the whole car for „forbidden“ goods and finds – beside the wood of course – in the fridge a quarter clove of garlic which he disposes of. We have to bring the wood back to the Canadian side on foot and leave it there behind a shed. The whole thing takes about an hour. But the customs officers were all really friendly and helpful.
We continue on side roads along the coast. The small Larabee State Park is ingenious, where we also have some lunch. As we spoon our soup, two men with a beautiful Ford Mustang convertible drive to the parking lot. While of course the engine continues to idle, the two get out and make selfies. Then they talk to other Americans. Meanwhile we have eaten our soup, tidied up and have look at the view. About 20 minutes have passed since the arrival, the engine still runs. 
Via side roads we continue to Coupeville, where we take the ferry to Port Townsend. So, we arrive on the kind of peninsula of the big Olympic National Park. 

Tagesziel wäre eigentlich ein Campingplatz direkt am Pazifik gewesen, beide Plätze, die wir anfahren sind leider komplett ausgebucht. Also fahren wir weiter bis zum Lake Quinault im Landesinneren. Dort stellen wir uns auf den Overflow-Platz, da alle Plätze auch hier besetzt sind. Super aber ist, dass dieser Overflow Platz nicht im dichten Regenwald ist, sondern fast direkt am See. Was aber kurz nach Ankunft nichts mehr bringt, denn die Wolkendecke kommt runter, man sieht fast nichts mehr, und kurz darauf fängt es an zu regnen.

The destination of the day would have been a campground directly at the Pacific Ocean, but both places we drive to are unfortunately completely booked. So, we drive on to Lake Quinault in the interior of the country. There we park on the overflow place, since all other places here are occupied, too. But it’s great that this overflow spot is not in the dense rainforest but almost directly at the lake. But that doesn’t matter, since shortly after arrival the cloud cover comes down, you can’t see anything anymore, and shortly after it starts to rain.

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