8.9-8.10.2019

8.9.19
Heute ist der Startpunkt der Nordamerika-Kontinent-Durchquerung vom Pazifik zum Atlantik und anschliessend die Fahrt nach Halifax. Ausgangspunkt ist die Küste um Ocean City/Oregon. Ziel ist….Ocean City am Atlantik im Staat New Jersey, ganz in der Nähe, wo Susannes Tante Rita wohnt, welche wir in etwas über zwei Wochen nochmals besuchen wollen. Den genauen Reiseverlauf kennen wir noch nicht. Geplant ist aber, möglichst wenig auf den grossen Interstate Highways zu fahren, sondern vielmehr auf Nebenstrassen . Dies wird etwas mehr Zeit brauchen, aber das nehmen wir in Kauf. 
Klar ist, dass wir über Portland fahren und den Turbo auf Garantie ersetzen lassen werden. Also verlassen wir den Regenwald beim Lake Quinault bei strömenden Regen – daher Regenwald..;-)
Wir fahren zuerst einen kleinen Umweg zur Küste und stellen uns noch einmal ganze nahe an den Pazifik ran. 

Today is the starting point of the North American continent crossing from the Pacific to the Atlantic and then on to Halifax. Starting point is the coast around Ocean City/Oregon. Our destination is….Ocean City at the Atlantic in the state of New Jersey, very close to where Susanne’s aunt Rita lives, which we want to visit again in just over two weeks. We don’t know the exact itinerary yet. It is also planned to drive as little as possible on the big interstate highways, but rather on side roads. This will take a little more time, but we accept that. 
What is clear is that we will drive via Portland and have the turbo replaced under warranty.
So, we leave the rainforest at Lake Quinault while the rain is pouring down – hence rainforest…;-)
First, we take a small detour to the coast and get close to the Pacific Ocean. 

Am Pazifik / at the Pacific ocean

Dann geht es in einer Transitetappe nach Portland. 

Then it goes directly to Portland. 

9.9.19
Am Morgen fahren wir zu der Garage, die unseren Turbo ersetzen wird. Wir besprechen das Timing und die auszuführenden Arbeiten.  Gegen Mittag organisieren wir uns ein Hotel sowie einen Mietwagen und stellen am Nachmittag den Dodge beim Mechaniker ab. Abendessen gibt es mit dem Chefmechaniker und seiner Freundin im Claim Jumper. Wir haben eine tolle Zeit. Das Essen ist super, und das Dessert ist eine gut Schuhkarton-grosse Schokoladentorte. Auch zu Viert schaffen wir knapp die Hälfte. Gut gibt es die Dogybags.

In the morning we drive to the garage which will replace our turbo. We discuss the timing and the work to be done. Around noon we organize a hotel and a rental car and park the Dodge at the mechanic’s in the afternoon.We have dinner with the chief mechanic and his girlfriend in the Claim Jumper. Such a great time. The food is delicious, and the dessert is a shoebox-sized chocolate cake. Even the four of us only manage to eat half of it. Well, that’s why there are doggybags.

10.9.19
Heute ist ein Ruhetag. Etwas für die berufliche Zukunft arbeiten, Blog schreiben, beim Mechaniker vorbeischauen, und am Abend dann wieder bei den beiden vom Vorabend zuhause Fisch essen gehen. Die Regenbogenforellen haben die beiden selber gefangen. Absolut super.

Today is a lazy day. We work a bit for our professional future, write the blog, stop by at the mechanic, and in the evening eat fish with the two from the evening before. They caught the rainbow trouts themselves. Absolutely super.

11.9.19
Kurz vor Mittag können wir Doggeli abholen gehen. Wir verabschieden uns von den Mechanikern und starten die nächste Etappe der Kontinent-Querung. Von Portland geht es zuerst einmal knapp 150 Kilometer ostwärts auf dem Columbia River Freeway. Wenn man einmal aus der Stadt raus ist, erlebt man entlang des immer wieder gestauten Columbia Rivers eine absolut tolle Landschaft.
In Biggs Junction wechseln wir auf die andere Seite des Flusses und übernachten dort auf einem State Park. Dort auf dem Overflow, da alles ausgebucht ist. Der Platz ist top, wenn da nicht die sehr häufig vorbeifahrenden Güterzüge wären. 

Shortly before noon we can go to pick up Doggeli. We say goodbye to the mechanics and start another part of the continent-crossing. From Portland we drive about 100 miles eastwards on the Columbia River Freeway. Once you have left the city, you will experience an absolutely great landscape along the Columbia River, which is dammed up again and again.
In Biggs Junction we change to the other side of the river and spend the night on a State Park. There on the overflow, as everything else is fully booked. The place is top, if it wasn’t for the frequently passing freight trains. 

12.9.19
Wir gehen nicht auf den Freeway zurück, sondern fahren heute ganz spontan auf auf den Lewis und Clark Highway. Ziel in ein paar Tagen soll die nach dem Büffeljäger Bill (aka Buffalo Bill) benannte Stadt Cody westlich vom Yellowstone Park sein. 
Bruno hat einige Wegpunkte auf der Navi-App gesetzt, die uns auf Nebenstrassen nach Cody führen sollen. Es zeigt sich dann, dass die gewählte Strecke meist dem Lewis und Clark Highway folgt. Dieser ist eine gut 8’000 Kilometer lange, durch 16 Staaten führende historische Strecke, die über Umwege von Pittsburgh zur Mündung des Columbia Rivers in Oregon führt. So fahren wir zuerst dem endlos lang erscheinenden Columbia River entlang, ab Wallula Junction dann vorbei an vielen kleinen Hügel und riesigen abgeernteten Kornfelder bis nach Walla Walla. Von dort aus dann kurvig weiter, auf der US 12 (immer noch Lewis und Clark Highway) einem schönen Fluss entlang bis kurz vor Orofino.

We don’t go back on the freeway but drive spontaneously on the Lewis and Clark Highway today. The destination in a few days should be the city Cody, named after the buffalo hunter Bill (aka Buffalo Bill) west of Yellowstone Park. 
Bruno has set some waypoints on the navigation app, which should lead us on side roads to Cody. It turns out that the chosen route mostly follows the Lewis and Clark Highway. This historical route is 5’000 miles long, leads on many detours through 16 states from Pittsburgh to the end of the Columbia River in Oregon. So, we drive along the endless Columbia River, from Wallula Junction past many small hills and huge harvested cornfields to Walla Walla. From there we continue on winding US 12 (still Lewis and Clark Highway) along a beautiful river to Orofino.

13.9.19
Weiter geht es auf der US 12 (Clark und Lewis Trail) entlang des Clearwater Rivers. Es hat viele Kurven, kaum Verkehr, wenig Ortschaften, und das über knapp 150 Kilometer. Im Nez Percé Clearwater National Forest wechselt der Fluss den Namen auf Lochsa River. Absolut geniale Gegend hier. 

We continue on the US 12 (Clark and Lewis Trail) along the Clearwater River. It has many curves, hardly any traffic, few villages, and this for about 150 kilometers. In the Nez Percé Clearwater National Forest the river changes its name to Lochsa River. Absolutely ingenious area here. 

Nach dem Übertritt in die Mountain Time Zone fahren wir bis nach Hamilton und planen in einem MacDonald die weiteren Schritte. Bei gutem Wifi, Kaffe und Cola für 2$ entschliessen wir uns, nach Cody durch den Yellowstone zu fahren. Da morgen Samstag ist buchen wir vorsorglich einen Campingplatz dort. Nach einem kurzen Einkauf fahren wir auf einer Nebenstrasse Richtung Osten, dies auf dem Skalkaho Highway. Eine Nebenstrasse, die Bruno anhand der App mal programmiert hat. Wir staunen nicht schlecht, als dieser Highway plötzlich eng wird und etwas später sogar nur noch eine Gravel Road ist. Dieser Weg führt uns durch eine kurvige, waldige Bergwelt. Das Panorama ist genial. Es bleibt auch nach dem Pass und wieder auf Teerpisten enorm schön.

After the change into the Mountain Time Zone we drive to Hamilton and plan the next steps in a MacDonald. With good Wifi, coffee and Cola for 2$ we decide to drive to Cody through the Yellowstone. Since tomorrow is Saturday, we book a campground there. 
After a short shopping we drive east on a side road, this on the Skalkaho Highway. A side road that Bruno programmed with the app. We are astonished when this highway suddenly becomes narrow and a little later even a gravel road. This way leads us through a winding, wooded mountain world. The panorama is fantastic. It remains enormously beautiful also after the pass and then again on tar road.

Eigentlich wollten wir heute auf einem Campingplatz mit Dusche übernachten. Wir entschliessen uns aber spontan aufgrund der schönen Landschaft, einen State Park an einem kleinen Stausee anzufahren. Für 10$ kaufen wir noch Feuerholz, und die Menge, dies es dafür gibt ist riesig. Entsprechend gross ist dann auch das Lagerfeuer.

Actually, we wanted to spend the night today on a camping site with shower. But we spontaneously decided to drive to a state park at a small reservoir because of the beautiful landscape. For 10$ we buy some firewood, and the bundle we get is huge. The campfire is then correspondingly large.

14.9.19
Weil gestern das mit dem Duschen zu kurz kam, haben wir beschlossen, die Fairmont Hot Springs in Montana aufzusuchen. Es handelt sich dabei um einen Hotelkomplex mit angegliedertem Bad, welches je zwei Pools im Innen- und Aussenbereich hat. Da das Wetter bereits am Morgen sonnig ist, wählen wir den warmen Aussenpool und lassen uns so richtig einweichen. Dabei betreiben wir Studien über die allgemeine Menschheit, die auch im Pool rumliegt. Da gibt es einerseits die extrem Dicken, anderseits ein spindeldürres weibliches Exemplar, bei welchem aber der Busen auffällig gross ist, ganz klar künstlich nachgeholfen. Dann gibt es die mit dem Handy in der Hand, dies im Pool, wohlgemerkt. Und diejenigen, die ihren Kaffeebecher überall hin mitnehmen. Sowie solche, die kleine Plastikbecher mit Wasser an den Poolrand stellen und wohl glauben, dass diese dem starken Wind hier trotzen und sicherlich nicht im Pool landen werden. Es ist unterhaltsam.
Wir fahren weiter auf Nebenstrassen bis zum Yellowstone.

Because yesterday we didn’t have a shower, we decided to visit the Fairmont Hot Springs in Montana. It is a hotel complex with an adjoining bath, which has two indoor and two outdoor pools. Since the weather is already sunny in the morning, we choose the warm outdoor pool and let ourselves soak. We study the general humanity, which also lies around in the pool. On the one hand there are the extremely huge ones, on the other hand there is a skinny female specimen, on which the breasts are conspicuously big, clearly artificially augmented. Then there are the ones with the mobile phone in their hands, this in the pool, of course. And there are those who take their coffee cups with them everywhere. As well as also those who put small plastic cups with water at the edge of the pool and probably believe that they will defy the strong wind here and certainly won’t end up in the pool. It is entertaining.
We continue on side roads to Yellowstone. 

Im Park selber haben wir den Eindruck, dass weniger Touristen unterwegs sind als noch vor 2 Monaten bei unserem letzten Besuch. Wir fahren auch noch einige Aussichtspunkte an. So unter anderem die Kepler Cascades.

In the park we have the impression that there are less tourists than 2 months ago during our last visit. We also drive to some scenic stops. For example, the Kepler Cascades.

Als wir auf dem gebuchten Grant Campingplatz ankommen, erfahren wir, dass dieser heute die letzte Nacht offen ist. Morgen um 11 Uhr schliessen sie den gesamten Campingplatz mit über 400 Stellplätzen. Für uns ist das kaum vorstellbar, dass ab übermorgen hier keine Menschenseele mehr sein soll. 
Auf unserem Platz angekommen stellt sich heraus, dass wir einen super Platz direkt am See erhalten haben. Nach einiger Zeit kommt unsere Nachbarin vorbei, um uns auf die Elkpaarungsrufe aufmerksam zu machen, welche wir fast den ganzen Abend und die Nacht hindurch hören.
Wir geniessen unser Bierchen unten am See, die Aussicht ist toll. Aber es wird langsam kalt, kein Wunder, sind wir doch auf gut 2’500 Meter.

When we arrive at the Grant campground, we find out that it is open for the last night. Tomorrow at 11am they close the whole campground with over 400 sites. For us it is hardly imaginable that from the day after tomorrow there will not be a soul left here. 
Arriving at our campsite it turns out that we got a great place directly at the lake. After some time, our neighbour comes by to get our attention to the calls of the mating elk, which we hear almost the whole evening and the night through.We enjoy our beer down at the lake, the view is great. But it’s slowly getting cold, no wonder, as we are at an altitude of 2’500 meters.

15.9.19
Wir erwachen bei gut 5 Grad, es ist also recht kalt. Trotzdem schalten wir die Heizung nicht an. Das Morgenessen findet auch draussen statt. Tagesziel heute wird Cody sein, benannt und gegründet vom bekannten Buffalo Bill. Aber anstatt direkt zu fahren beschliessen wir, nochmals durch den Yellowstone zu fahren, dies auf der Ostflanke. 
Die Landschaft sieht aufgrund des Herbstes nun klar anders aus als noch vor über 2 Monaten, die Farben haben sich ins gelbliche und orange verfärbt. Was aber gleich geblieben ist sind die fahrenden Touris, oder besser die stehenden, denn sobald diese nur den Hauch irgend eines Tieres sehen halten sie an. Und es hat viele Tiere unterwegs, vor allem Bisons.

Today’s destination will be Cody, named and founded by the famous Buffalo Bill. But instead of driving directly we decide to drive through the Yellowstone again, on the east flank. 
Due to the autumn, the landscape now looks clearly different than it did more than 2 months ago, the colours have turned yellowish and orange. But what has remained the same are the driving tourists, or better the standing ones, since – as they see only a hair of an animal – they stop. And there are many animals on the way, especially bison.

So dauert die Fahrt durch den Yellowstone bis zum Nordost-Eingang etwas länger als geplant. Von dort geht es aber praktisch ohne Verkehr durch eine wunderbare Bergwelt, über den gut 2’500 Meter hohen Colter Pass bis zum Abzweig auf den Chief Joseph Highway. Diese Scenic Route hat Bruno zuhause einfach mal so geplant, da es auf Google Earth schöne Bilder gehabt hat. Und auch in Realität ist es eine wunderbare Strecke mit praktisch keinem Verkehr. Wir werden nur ein Mal von einem Tesla Model 3 überholt. Den sehen wir aber immer wieder vor uns. Und obwohl wir einmal an einem Aussichtspunkt anhalten, holen wir diesen Wagen auf der sehr kurvigen Passstrasse auf den Dead Indian Pass wieder ein, dies trotz der steilen Strasse. Kurven können die Amis definitiv nicht. Und wir sind mit Doggeli nicht um die Kurven gerast.

So, the journey through the Yellowstone to the northeast entrance takes a little longer than planned. From there it goes through a wonderful mountain world with practically no traffic, over the 2’500 meter high Colter Pass to the junction to the Chief Joseph Highway. Bruno planned this scenic route at home because it had nice pictures on Google Earth. And also in reality it is a wonderful route with hardly any traffic. We are only overtaken once by a Tesla Model 3. But we see it again and again in front of us. And although we stop once at a viewpoint, we catch up with this car on the very curvy pass road to the Dead Indian Pass, despite the steep road. The Americans definitely can’t drive curves. And we didn’t race around the curves with Doggeli.

Vom ca. 2’500 Meter hohen Pass geht es dann gut 1’000 Meter runter nach Cody, wo wir uns auf einem Campingplatz direkt neben dem Restaurant Cassies (https://cassies.com/) hinstellen. Wir führen bis zum Nachtessen interessante Gespräche mit unseren Platznachbarn. Und eben: Nachtessen findet im Cassies statt. Ein urchiges Steakhouse, schmackhaftes Fleisch und ein gutes Bier dazu. Was will man mehr?
Bei über 20 Grad gehen wir schlafen, welch ein Wechsel zu gestern.

From the 2’500 meters high pass we go down 1’000 meters to Cody, where we stay on a campground next to the restaurant Cassies (https://cassies.com/). We have interesting conversations with our neighbours until dinner that takes place in the Cassies. A rustic steakhouse, tasty meat and a good beer with it. What more could you ask for?
We go to bed with 20 degrees C, what a change to yesterday.

16.9.19
Bei über 15 Grad erwachen wir. So was von angenehm. Am Morgen besuchen wir das Buffalo Bill Museum. Eigentlich fiel dieser Entscheid vor zwei Tagen ganz spontan, haben uns aber nicht gross über dieses Museum informiert. Es ist riesig! Neben der Geschichte rund um den «Showstar» Buffalo Bill hat es ein Museum über Waffen, Kunst, Indianer und Naturkunde. Wir beide sind nicht grosse Museumsgänger, aber dieses hier hat uns doch sehr beeindruckt. Es ist sehr modern, interaktiv und vielseitig. Klar ist, dass man an einem Morgen nicht alles im Detail ansehen kann. So lassen wir die Kunstausstellung und das Naturkundemuseum unbesucht.

We wake up with 15 degrees C, very pleasant. In the morning we visit the Buffalo Bill Museum. Actually, this decision was made spontaneously two days ago, but we didn’t get much information about this museum. It is huge! Besides the story about the „showstar“ Buffalo Bill there is a museum about weapons, art, Indians and natural history. Both of us are not big museum goers, but this one impressed us very much. It is very modern, interactive and versatile. It’s clear that in one morning you can’t see everything in detail. So, we leave the art exhibition and the natural history museum unvisited.

Nach dem Mittagessen führt unser Weg weiter gegen Osten. Wir planen, morgen in der Nähe von Rapid City zu sein, um den Mount Rushmore und dann die Badlands zu besichtigen. Also suchen wir wiederum Nebenstrassen aus, um unser Ziel zu erreichen. Wir fahren an Orten wie «Otto» mit 50 Einwohner vorbei, oder «Ten Sleep», ca. 250 Einwohner. Landschaftlich sehr abwechslungsreich ist die Fahrt durch die riesigen Weideländer. Highlight ist aber die Fahrt durch den südlichen Teil des Big Horn National Forest. Unmerklich steigt die Strasse hier an, und plötzlich ist man auf knapp 3’000 Meter Höhe auf dem Powder River Pass oben. 

After lunch, our way leads further to the east. We plan to be near Rapid City tomorrow to visit Mount Rushmore and then the Badlands. So again, we choose side roads to reach our destination. We pass places like „Otto“, 50 inhabitants, or „Ten Sleep“, about 250 inhabitants. The drive through the huge grasslands is very varied. But the highlight is the drive through the southern part of the Big Horn National Forest. The road rises imperceptibly here, and suddenly you are at an altitude of almost 3’000 meters on the Powder River Pass. 

Hier in der Nähe haben wir uns einen State Park zum Übernachten ausgesucht. Aber erstens sind die Parks hier alle schon geschlossen, und zweitens ist diese Höhe nicht gerade bekömmlich für Susanne. Also fahren wir weiter. Ein Wegpunkt – ebenfalls spontan ausgesucht – zeigt einen Abzweig an, der eine Abkürzung via ein Tal durch die Berge aufzeigt. Anstelle 60 Kilometer Umweg über Buffalo kann man hier gut 20 Kilometer fahren. Wir entscheiden, diese Abkürzung zu nehmen. Die Schotterstrasse heisst übrigens «Crazy Woman Canyon Road», warum wohl? Innert kürzester Zeit geht es recht schnell in die Tiefe, entlang eines kleinen Flusses. Die Strasse ist gerade breit genug für ein grösseres Fahrzeug. Viel Schotter, teils recht holprig. Aber wunderschön. Nach gut 10 Kilometer hört dieser Teil der Strasse abrupt auf, man ist plötzlich auf einer grossen Ebene und fährt auf einer guten Schotterstrasse.

Near here we have chosen a State Park to stay overnight. But first of all, the parks here are already closed, secondly this altitude is not exactly too good for Susanne. So, we drive on. A waypoint – also spontaneously chosen – indicates a turnoff, which shows a shortcut via a valley through the mountains. Instead of a 40 miles detour via Buffalo, you can drive a good 15 miles here. We decide to take this shortcut. By the way, the gravel road is called „Crazy Woman Canyon Road“, why? Within a very short time it goes down quite fast, along a small river. The road is just wide enough for a bigger vehicle. Lots of gravel, partly quite bumpy. But beautiful.
After about 10 kilometers this part of the road stops abruptly, suddenly you are on a big plain and driving on a good gravel road. 

Bei deren Ende beschliessen wir, nicht auf das kurze Teilstück der Interstate 25 abzubiegen, sondern auf dem alten Highway 87, der in etwa neben der Interstate verläuft, nach Kaycee zu fahren. Diese Ortschaft hat nur ca 250 Einwohner, aber trotzdem einen Campingplatz. Die Besitzerin von dort erzählt uns, dass sie praktisch jedes Jahr eine Überschwemmung haben, und auch einen Tornado. Dieses Jahr aber sei es mit dem Wetter besonders schlimm gewesen, und sie haben drei Tornados und Gewitter mit golfballgrossen Hagelkörnern gehabt. 

At the end of this road we decide not to turn onto the short section of Interstate 25, but on the old Highway 87, which runs roughly next to the Interstate, to Kaycee. This village has about 250 inhabitants, but also a campground. The owner there tells us that they have practically every year a flood, and also a tornado. But this year the weather was especially bad, and they had three tornados and thunderstorms with hailstones the size of  golf balls. 

17.9.19
Wir fahren auf Nebenstrasse weiter gegen Osten. Es hat kaum Verkehr, und die Landschaft ist weiterhin recht abwechslungsreich. 

We continue on side roads to the east. There is hardly any traffic, and the landscape is still quite varied. 

Nach einer grösseren Ortschaft namens Wright kommen wir an der Black Thunder Kohlemine vorbei. Es hat hier unzählige Zuggeleise, neben der Strasse fahren die riesigen Kohlegrubenfahrzeuge, die Luft ist mit Staub gefüllt, die Sicht recht eingeschränkt. Diese Kohlemine ist die grösste Tagbaumine der Staaten, die gut 8% der gesamten Kohlenachfrage abdeckt. Sie wurde 1977 eröffnet und hat den grössten Kohlebagger der Staaten. 

After a bigger village called Wright we pass the Black Thunder coal mine. There are countless train tracks here, next to the road the huge coal mine trucks are driving, the air is filled with dust, the view is quite limited. This coal mine is the largest open pit mine in the United States, covering over 8% of total coal demand. It was opened in 1977 and has the largest coal dredger in the country. 

Wir kommen gegen Mittag in den grossen Black Hill National Forest. Anstatt die direkte Route zum Mount Rushmore zu nehmen, schlägt Bruno einen kleinen Umweg über den Needles Highway vor. Diese Strecke führt in unzähligen Kurven durch ein landschaftlich super schönes Gebiet, in dem viele nadelförmige Steinformationen zu sehen sind. Und plötzlich taucht ein einspuriger Tunnel auf, etwas über 280 cm hoch und 250 cm breit. Zur Info: Doggelis Masse sind 270 cm hoch und mit Spiegel gut 240 cm breit, also es war seeeehr eng. 

Around noon we arrive in the big Black Hill National Forest. Instead of taking the direct route to Mount Rushmore, Bruno suggests a small detour over the Needles Highway. This route leads in countless curves through a very beautiful area, where you can see many needle-shaped stone formations. And suddenly a single-track tunnel appears, a little over 280 cm high and 250 cm wide. For info: Doggeli’s sizes are 270 cm high and a good 240 cm wide with mirrors, so it was veeeeery narrow. 

Die Strecke bis zum Mount Rushmore bleibt sehr kurvig, teils sogar mit 360 Grad Kurven mit Brücken (diese sind dann auf dem entsprechenden Film zu sehen). 
Mount Rushmore ist klar sehr touristisch. Die Köpfe der vier Herren (damals die bedeutensten Präsidenten Washington, Lincoln, Jefferson und Roosevelt) sind gut 18 Meter hoch. Ist schon recht eindrücklich. Das Monument wurde 1941 eröffnet, nachdem gut 14 Jahre (jeweils nur im Sommer) lang daran gearbeitet wurde. Interessant aber ist, dass der Ideenlieferant und Baumeister John Gutzon de la Mothe Borglum bis kurz vor Schluss am Monument gearbeitet hatte, vor dessen Eröffnung aber starb. Das Monument wurde aus Geldmangel eigentlich nie fertig gebaut, den geplant war ein Abbild bis auf Taillenhöhe. 

The route to Mount Rushmore remains very curvy, partly even with 360 degree curves with bridges (these can be seen on the corresponding film). 
Mount Rushmore is clearly very touristic. The heads of the four gentlemen (former presidents Washington, Lincoln, Jefferson and Roosevelt) are about 18 meters high. It’s quite impressive. The monument was opened in 1941, after 14 years of work (only in summer). But it is interesting that the idea supplier and master builder John Gutzon de la Mothe Borglum worked on the monument until shortly before the end, but died before its opening. The monument was never completely finished due to lack of money, it was planned to build an image up to waist level. 

In der riesigen Cafeteria genehmigen wir uns mit Ausblick auf das Monument einen Kaffe, bevor wir weiterfahren. Zuerst geht es durch das Touristendorf Keystone, dann durch Teile der Agglomeration von Rapid City. Und ja, es hat hier enorm viel Verkehr. So sind wir denn auch froh als wir aus dem Trubel raus sind und gegen die Badlands weiterfahren. Eindrücklich bei dieser Fahrt war vor allem die gespenstige Stimmung mit einer riesigen Gewitterzelle über Rapid City.

In the huge cafeteria we have a coffee with a view of the monument before we continue. First, we go through the tourist village Keystone, then through parts of the agglomeration of Rapid City. And yes, there is a lot of traffic here. So, we are happy when we get out of the hustle and continue direction Badlands. Impressive on this trip was above all the eerie atmosphere with a huge thunderstorm cell over Rapid City.

Wir kommen gegen Abend in Interior an, einem kleinen Dörfchen ganz in der Nähe des Osteinganges vom Badlands National Park. Die Abendstimmung ist genial, der Himmel sieht teilweise aus als würde er brennen.

We arrive towards evening in Interior, a small village near the east entrance of Badlands National Park. The evening mood is brilliant, the sky looks partly as if it would burn.

18.9.19
Auf dem Tagesprogramm steht heute der Besuch der Badlands. Wir fahren die paar wenigen Kilometer mit vielen Stops an Aussichtspunkten. Auch diese Landschaft ist eindrücklich.

The program today includes a visit to the Badlands. We drive the few kilometers with many stops at scenic viewpoints. This landscape is very impressive.

Gegen Mittag kommen wir im Dorf Wall an. Auf unzähligen Werbeplakaten sieht man immer wieder den Namen Wall Drug. Wir entschliessen uns, diese Touristenfalle trotzdem einmal anzuschauen. In dieser recht grossen Mall hat es unzählige kleine Läden. Auf dem Internet finden Interessierte die doch recht interessante Geschichte der Mall (https://www.walldrug.com/). Wir schlendern durch die Läden und gehen im Cafe dort essen. Und ja, Kaffee kostet tatsächlich nur 5 Cents für eine Tasse! Kein Problem, die machen es wett mit den hohen Preisen für die anderen Touriprodukte. Aber alle Hochachtung: dieser Laden ist trotz dem Nepp echt gut gemacht.

Around noon we arrive in the village of Wall. On countless advertising posters you can see the name Wall Drug. We decide to have a look at this tourist trap anyway. In this quite big mall, there are countless small shops. On the internet you can find the interesting history of the mall (https://www.walldrug.com/). We stroll through the shops and eat in the cafe. And yes, coffee only costs 5 cents for one cup! No problem, they make it up with the high prices for the other touristic products. But respect: this shop is really well done in spite of the “rip-off”.

Und weiter geht es, immer ostwärts. Auf der US 14 geht es vorbei an Cottonwood, einem Ort mit sieben Einwohnern (!), nach Philip und dann nach Pierre. Woher wohl die Namensgeber dieser Ortschaften kommen? In Pierre überqueren wir den Missouri und fahren nordwärts weiter. In der Nähe von Gettysburg fahren wir auf einen State Park namens West Whitlock. Nach einem etwas umständlichen Registrierungsprozedere per Telefon (am Eingangstor ist niemand) fahren wir auf den Platz, der gut 110 Stellplätze hat. Wir sind – abgesehen von einem anderen Camper – die Einzigen auf diesem riesigen Platz. Die Einzigen? Nicht ganz, denn es hat enorm viele Mücken. 

And then we go on, always eastwards. On the US 14 it goes past Cottonwood, a place with seven inhabitants (!), to Philip and then to Pierre. Where do the namesakes of these villages come from? In Pierre we cross the Missouri and continue northwards. Near Gettysburg we drive to a state park called West Whitlock. After a somewhat cumbersome registration procedure by telephone (there is nobody at the entrance gate) we drive to the place that has about 110 campsites. We are – apart from another camper – the only ones on this huge place. The only ones? Not quite, because there are a lot of mosquitoes. 

19.9.19
Weiter geht die Fahrt. Ganz am Anfang nehmen wir eine Farmroad, welche nicht geteert ist, um vom Campingplatz zum gut 20 Kilometer entfernten Highway zu gelangen. 

The journey continues. At the very beginning we take a farm road, which is not tarred, to get from the campground to the highway, which is about 20 kilometers away. 

Auf sekundären Strassen geht es immer Richtung Osten. Vorbei an zahllosen Farmen und Silos. Uns ist aber hier aufgefallen– wie auch schon auf der Strecke durch Süd-Dakota – dass hier die Häuser meist sehr gepflegt oder sogar neu sind. In vielen anderen Staaten sieht man oft völlig abgefuckte Häuser mit einem enormen Unrat auf dem ganzen Gelände. Hier nicht. 
In Watertown erkunden wir ein Perkins, ist echt gut für ein typisch amerikanisches Family Restaurant Franchise. Nach einem kurzen Einkauf geht es weiter auf unserem Osttrip. Eine Hauptstrasse hinter Watertown ist gesperrt, die Umfahrung ist gut 60 Kilometer weit. Ein Teil davon auf Schotterstrasse. 
Um von hier die Richtung gegen Nordosten anzupassen, fahren wir einige Strassen gegen Norden, dann wieder nach Osten, typisches Schachbrettmuster, wie es auch in den meisten Städten der Staaten zu finden ist.

On secondary roads we head east. Past countless farms and silos. We noticed – as already on the route through South Dakota – that the houses here are mostly very well maintained or even new. In many other states you often see completely fucked up houses with an enormous amount of rubbish on the whole surroundings. Not here. 
In Watertown we explore a Perkins, which is really good for a typical American Family Restaurant franchise. After a short shopping, we continue on our east trip. A main road after Watertown is closed, the bypass is about 60 kilometers longer. A part of it on gravel road. 
In order to adapt the direction from here to the northeast, we drive some roads to the north, then again to the east, typical checkerboard pattern, as it can also be found in most cities of the states.

Gegen Abend landen wir am Lake Carlos, hier hat es wieder mehr Camper. Unser Platz ist fast direkt am See mit einer wunderbaren Aussicht.

In the evening we land at Lake Carlos, where there are more campers. Our place is almost directly at the lake with a wonderful view.

20.9.19

Auf Nebenstrassen fahren wir bis nach Duluth, das am Südwestzipfel des Lake Superior gelegen ist. Dieser See ist gut zwei Mal so gross wie die Schweiz. Die Fahrt bis hierher erfolgt bei sehr viel Nebel und tiefen Wolken, so dass man von der Landschaft fast nichts sieht. In Duluth sind wir dann wieder einmal auf einer Autobahn unterwegs, denn diese Stadt auf Nebenstrassen zu durchqueren macht keinen Sinn. Beim Mittagessen hier entscheiden wir uns nun definitiv, den Lake Superior zu umrunden, also weiter nordwärts zu fahren. Ab und zu hat es kurze sonnige Abschnitte, und entlang der Küstenstrasse hat man so einige schöne Panoramen.

On side roads we drive up to Duluth, which is located at the southwest tip of Lake Superior. This lake is about twice as big as Switzerland. The trip up to there takes place in a lot of fog and deep hanging clouds, so we almost see nothing of the landscape. In Duluth we are once again on a motorway, because to cross this city on side roads makes no sense. At lunch we decide to drive around Lake Superior, going further north. From time to time there are short sunny sections, and along the coastal road there are some nice panoramas.

Wir passieren die kanadische Grenze und landen gegen Abend auf dem Campingplatz von Fort William. Nach dem Nachtessen gehen wir da noch im Observatorium eine Präsentation über mysteriöse Phänomene am Sternenhimmel anschauen. Insgesamt hat es nur 6 Besucher. Was da vom Science Fiction besessenen Astronomen erzählt wird, ist sehr interessant. Vor allem die Theorien über Wurmlöcher….
Erst gegen 23:30 Uhr landen wir im Bett. Unüblich ist aber, dass es auf dem Campingplatz laut ist. Eine Gruppe Inder in gemieteten Wohnwagen veranstalten noch eine Party. Wenigstens ist die Musik nicht so schlecht.

We cross the Canadian border and land at the Fort William campground in the evening. After dinner we go to the observatory to watch a presentation about mysterious phenomena in the night sky. Altogether it has only 6 visitors. What is told by the science fiction obsessed astronomer is very interesting. Especially the theories about wormholes….
At around 11:30 pm we land in bed. It is unusual, however, that it is loud on the campground. A group of people from India in rented caravans have a party. At least the music is not so bad.

21.9.19
Am Nordufer des Lake Superior fahren wir weiter. Das Wetter ist nicht besser, im Gegenteil, der Nebel ist dichter geworden, teils kann man keine 60km/h fahren. Und obwohl dieser Highway eine wichtige Verbindungsstrasse ist, hat es kaum Verkehr. 
Wir nehmen uns die Zeit und besuchen in Terrace Bay den kleinen Wasserfall «Aguasbon Falls» sowie den schönen Sandstrand. 

We continue on the north shore of Lake Superior. The weather is not better, on the contrary, the fog has become denser, partly you can’t drive faster than 60km/h. And although this highway is an important road, there is hardly any traffic. 
We take the time to visit the small waterfall „Aguasbon Falls“ and the beautiful sandy beach in Terrace Bay. 

Im gleichen Ort gehen wir auch essen, und dort hat es für Bruno den besten Burger bisher gegeben. Dann verlassen wir die Küste und fahren im Landesinnern gegen Wawa. Auch dort hat es einen kleinen Wasserfall, Bruno hat heute einen Glückstag.

In the same place we also go to eat, and there was the best burger for Bruno so far. Then we leave the coast and drive inland against Wawa. There is also a small waterfall, Bruno has a lucky day today.

Übernachtet wird wieder einmal wild an einem wunderbaren Strand, den wir dank iOverlander gefunden haben. Es hat viel Wind, und kaum haben wir die Stühle ausgepackt fängt es an zu regnen. Zum Glück nur für wenige Minuten. So geniessen wir das Nachtessen draussen, hören die Wellen vom See, und es rauscht wie am Meer. Ein weiteres Auto kommt auf den Platz gefahren und die beiden fragen uns, ob das ein offizieller Übernachtungsplatz sei. Wir erwähnen, dass wir den Platz von iOverlander haben. Die beiden übernachten im Dachzelt auf dem Platz. Ein weiteres Auto war bereits bei unserer Ankunft auf dem Platz. Darin sass eine Frau. Die hat dann auch hier übernachtet. Das Auto sah so aus, als ob die Dame darin wohnen würde. Im Sommer mag das ja noch gehen, aber was macht sie wohl im sich nähernden Winter? 
Das von der WetterApp angekündigte Gewitter stellt sich nicht ein. Es bleibt ruhig in der Nacht. 

Once again, we spend the night at a wonderful beach on a boondocking place, which we found thanks to iOverlander. There is a lot of wind, and as soon as we have unpacked the chairs it starts to rain. Fortunately, only for a few minutes. So, we enjoy dinner outside, listen to the waves from the lake, and it rushes like at the sea. Another car comes to the place and they ask us if this is an official overnight place. We mention that we have the place from iOverlander. They spend the night in the roof tent on the place. Another car was already here when we arrived. A woman was sitting in it. She spent the night here as well. The car looked as if the lady was living in it. In summer that might still be ok, but what does she do in the approaching winter? 
The thunderstorm announced by the WeatherApp does not start. It remains calm in the night. 

22.9.19
Wegen immer noch schlechtem Wetter entschliessen wir uns, nicht mehr der Küste entlang zu fahren. So geht es zuerst gegen Wawa zurück, wo wir in die erste Polizeikontrolle auf unserer Reise kommen. Der sympathische Cop will wissen, ob wir dem Alkohol schon zugesprochen haben heute Morgen. Natürlich! Wir wechseln noch ein paar freundliche Worte und können dann weiterfahren. Der Truck vor uns, welcher uns auf der Strasse vor der Kontrolle ziemlich schnell überholt hat, muss bei der Kontrolle bleiben, wahrscheinlich blasen.
Erstaunlich: bei der Tankstelle sind gerade zwei Schnellladestationen für Elektroautos aufgestellt worden. Die Dame der Tankstelle erzählt, dass auf dieser Strasse das Ladenetz sehr schnell aufgebaut wird. 
Nach dem Tanken (hier erstaunlich billig) geht es über gut 350 Kilometer durch Wald, Wald und wieder Wald. Und wir sehen unendlich viele Seen. Bis zur Ortschaft Thessalon sehen wir auf unserer Spur keine 10 Fahrzeuge. Wahnsinn. In Thessalon gehen wir in einem lokalen Restaurant was essen. Gemäss Google ist es das beste Restaurant der Stadt. Aber viele Restaurants hat es hier nicht. Es gibt wieder mal richtig „amerikanisches“ (wir sind in Kanada) Essen: Eier, Speck, Schinken, Bratkartoffeln. Anschliessend fahren wir weiter durch den Regen bis zum Sturgeon Bay Provincial Park. Als wir dort ankommen, hat die Reception bereits geschlossen. Am Eingang stehen jedoch noch diejenigen Plätze angeschrieben, welche man sich selber aussuchen und dann am nächsten Morgen bezahlen kann. Wir finden die Preise zwar überteuert, aber wir mögen heute nicht mehr weiterfahren.

Because of still bad weather we decide not to drive along the coast anymore. So, it goes back first towards Wawa, where we encounter the first police control on our journey. The likeable cop wants to know if we have already enjoyed alcohol this morning. Of course yes! We change a few friendly words and can continue. The truck in front of us, which passed us quite fast on the road before the control, has to stay at the control, probably blowing.
Amazing: at the gas station two fast charging stations for electric cars have just been set up. The lady of the gas station tells us that on this road the charging network is set up very quickly. 
After refuelling (surprisingly cheap here), it’s about 350 kilometers through forest, forest and again forest. And we see an infinite number of lakes. Till the village Thessalon we don’t see 10 vehicles on our trip. Awesome. In Thessalon we go to a local restaurant for something to eat. According to Google it is the best restaurant in town. There’s real „American“ (we’re still in Canada) food again: Eggs, bacon, ham, fried potatoes. 
Afterwards we drive through the rain to the Sturgeon Bay Provincial Park. When we arrive there, the reception is already closed. At the entrance, however, the places still available are indicated and can be paid next morning. We find the price overpriced, but we don’t like to go on today.

23.9.19
Am nächsten Morgen geht Susanne an die Reception und bezahlt den Platz. Der nette Ranger erklärt, dass hier einer der wenigen Orte in Kanada ist, an welchem es noch Klapperschlangen gibt. Eine Haut von einer dieser Schlangen ist der ganze Stolz des Rangers und wird in einem Konfiglas auf der Theke aufbewahrt. 
Wir beschliessen heute an einem wirklich schönen Ort und mit Sonnenschein zu übernachten. Dank Internet und iOverlander finden wir schnell unseren Wunschplatz. Es handelt sich um den Sandbanks Provincial Park. Wir werden nicht enttäuscht. Endlos lange Sandstrände, Standplätze mit Sicht auf den See, prima Infrastruktur. Was will man mehr? Wir geniessen am Strand unser Bier in der Abendsonne und schauen den Kitesurfern zu. So müssen Ferien sein. 

The next morning Susanne goes to the reception and pays for the place. The nice ranger explains that this is one of the few places in Canada where there are still rattlesnakes. A skin from one of these snakes is the ranger’s pride and joy and is kept in a marmalade glass on the counter. 
Today we decide to spend the night in a really nice place with sunshine. Thanks to Internet and iOverlander we quickly find our desired place. It is the Sandbanks Provincial Park. We are not disappointed. Endless long sandy beaches, sites with view on the lake, great infrastructure. What more do you want? We enjoy our beer on the beach in the evening sun and watch the kitesurfers. That’s how holidays must be. 

24.9.19
Da wir in ein paar Tagen nochmal Tante Rita und Al besuchen wollen, legen wir heute einen Fahrtag ein. Uns überkommt gegen Mittag jedoch der kleine Hunger. So praktisch, ist doch gleich ein Applebees in der Nähe. Diese Kette haben wir auf unserer Reise noch nie ausprobiert. So ein tolles Restaurant, mit feinen Burgern. Nur zu empfehlen. Aber wieso die uns am Mittag auf das «Special» mit gratis Margarithas aufmerksam machen…..?
Den Abend wollen wir wieder auf dem uns schon bekannten Hickories Park in Owego verbringen. Diesmal hat es hier kaum Camper. Vor der Einfahrt in den Campground gehen wir uns zuerst noch Brennholz für das Feuer am Abend besorgen. Das ist auch gut so. Die Abende werden merklich kälter.

Since we want to visit aunt Rita and Al again in a few days, we have a driving day today. Around noon we are overcome by a small hunger. So practical that there is an Applebees in the proximity. We have never tried this chain on our journey. Such a great restaurant, with fine burgers. Only to recommend. But why they call our attention to the „special“ with free margarithas at noon…..?
We want to spend the night again at the Hickories Park in Owego. This time there are hardly any campers. Before entering the campground, we first go to get firewood for the fire in the evening. That’s a good thing. The evenings become noticeably colder.

25.9.19
Wir haben noch zwei Tage Zeit, bis wir auf Besuch bei Tante Rita gehen und beschliessen, diese am Atlantik zu verbringen. Wir suchen uns einen schönen Campingplatz in Meeresnähe in New Jersey aus. Ocean View heisst er. Bloss, dass er ca. 5 Kilometer vom Meer entfernt ist. 
Als wir auf dem Camping ankommen, wie so oft das gleiche Prozedere. Die Dame fragt uns mit aufgesetztem Hundeblick, ob wir denn eine Reservation hätten. Wir verneinen. Es folgt ein tiefer Seufzer gepaart mit einem leidenden Blick und dem Hinweis, dass sie mal schaue, ob noch etwas frei sei. Wie lange denn unser Camper sei, will sie wissen. Anschliessend geht die grosse Suche los und sie finden dann noch einen Platz für uns. Wir erhalten einen Plan vom Camping und machen uns auf die Suche nach unserem Platz. Das Staunen ist dann gross, denn neben festinstallierten Mobilehomes hat es sicher in unserer Ecke des Campings 30-40 Plätze, alle leer. Wir sind die einzigen Touristen!
Susanne hat in der Nähe einen Coiffeur ausfindig gemacht. Da fahren wir jetzt noch kurz hin, um ein Rendevous für den nächsten Tag zu vereinbaren.
Wir verbringen eine sehr ruhige Nacht, nur die Moskitos sind gegen Einbruch der Dämmerung ziemlich aktiv.

We still have two days until we visit aunt Rita and decide to spend them here at the Atlantic. We choose a nice campground near the sea in New Jersey. His name is Ocean View. Only that it is about 5 kilometers from the sea. 
When we arrive at the camping site, as so often we experience the same procedure. The lady asks us with a dog’s eyes on her if we have a reservation. We deny it. A deep sigh follows paired with a suffering look and the hint that she is looking if something is still free. She wants to know how long our camper is. Then the big search starts and she finally finds a spot for us. We get a map from the campground and start looking for our place. The amazement is then big, since – beside some mobile homes – there are 30-40 places in our corner of the campground, all empty. We are the only tourists here!
Susanne has found a hairdresser nearby. Now we go there to arrange a rendezvous for the next day.
We spend a very quiet night, only the mosquitoes are quite active at dusk.

26.9.19
Während Susanne zum Coiffeur zu Fuss geht, bleibt Bruno auf dem Campingplatz beim Doggeli. Mit dieser Coiffeuse ist Susanne vollauf zufrieden. Die Farbe stimmt, der Schnitt ist perfekt und der Preis ist mehr als ok. Ansonsten machen wir wieder einmal einen gemütlichen Tag mit viel Nichtstun.

While Susanne goes to the hairdresser on foot, Bruno stays at the campsite with Doggeli. Susanne is completely satisfied with this hairdresser. The colour is right, the cut is perfect and the price is more than ok. The rest of the day is filled with mostly doing nothing.

27.9.19
Heute erkunden wir die Küstenstrasse in der Umgebung von Atlantic City. Enorm, was hier alles für Ferienhäuser stehen. Viele sehen jedoch unbewohnt aus. Aber im Sommer muss hier die Hölle los sein. Wir kommen bei dem Stätdchen Ocean City/New Jersey an, direkt am Atlantik. Die Kontinent-Querung ist also nach gut 7’200 Kilometer geschafft.

Today we explore the coastal road in the vincinity of Atlantic City. Enormous, the amount of holiday houses. Many seem to be vacant. But in summer all hell must be breaking loose here. We arrive at the village Ocean City/New Jersey, right on the Atlantic. The continental crossing is thus completed after a good 7,200 kilometers.

Ocean City am Atlantik / Ocean City at the Atlantic ocean

Zuerst planen wir in Atlantic City am Strand etwas zu essen. Wir haben uns das viel zu idyllisch vorgestellt. Hier wimmelt es von Casinos, Hotel-Hochhäusern und Obdachlosen. Leider sind die freien Parkplätze nicht in gleichem Mass vorhanden. So beschliessen wir weiter zu fahren. Auf der Strecke Richtung Tante Rita, erblickt Susanne am Strassenrand ein Werbeplakat von einem italienischen Restaurant. Da wollen wir hin. Von aussen sieht es recht teuer aus, aber die Preise sind ok und das Essen super lecker. 
Am früheren Nachmittag treffen wir bei Rita und Al ein. Die beiden haben sich schon sehr auf unseren Besuch gefreut. Viel Abwechslung gibt es wohl nicht mehr in ihrem Leben. Sie verlassen das Haus auch kaum mehr. Aber Al sitzt nach wie vor den ganzen Tag in seinem Büro und kümmert sich um Emails wie Post und Tante Rita ist mit Sichten von alten Papieren und ihren Katalogen auch ziemlich ausgelastet. Viel weiter sind die beiden auf alle Fälle nicht gekommen mit der Vorbereitung ihres Umzuges. Sie hätten es auch nicht eilig. Dieses Wort «eilig» haben sie eh aus ihrem Wortschatz gestrichen, meint Tante Rita. Recht hat sie, mit 87 Jahren. 
Wir verbringen einen schönen Abend mit feinen Sandwiches aus dem Supermarkt. Tante Rita hat per Internet Mengen bestellt, wie wenn sie in den nächsten Tagen mindestens 10 Besucher empfangen würde. 

First, we plan to eat something on the beach in Atlantic City. We imagined it to be much more idyllic. Here it is teeming with casinos, hotel-skyscrapers and homeless people. Unfortunately, the free parking spaces are not available to the same extent. So, we decide to drive on. On the way to Aunt Rita, Susanne sees an advertising poster of an Italian restaurant at the roadside. That’s where we want to go. From the outside it looks quite expensive, but the prices are ok and the food super delicious. 
In the early afternoon we arrive at Rita and Al. Both of them were very much looking forward to our visit. There is probably not much variety in their lives anymore. They hardly leave the house. But Al is still sitting in his office all day sifting through emails and mail, and Aunt Rita is busy with old papers and her catalogues. In any case, the two of them are not much further ahead with the preparation of their move. They are not in a hurry either. They have even deleted the word ”hurry” from their vocabulary, says aunt Rita. She is right, at the age of 87. 
We spend a nice evening with fine sandwiches from the supermarket. Aunt Rita has ordered a huge amount of them via Internet, as if she would receive at least 10 visitors in the next days. 

28.9.19
Bruno räumt heute die bestellten und zu Tante Rita gelieferten Ersatzteile in den Dodge und Susanne hilft Tante Rita die Dinge in der Küche zu sortieren. Was soll in den Müll, was wird weitergegeben und was soll behalten und dann gezügelt werden? So vergeht der Vormittag. Gegen früheren Abend kommen dann die beiden Cousinen Sybil und Jackie vorbei und wir gehen alle zusammen im Clubhaus fein essen. Auch hier, zum Essen werden Cocktails und nicht Wein getrunken. 

Bruno is loading the spare parts ordered and delivered to Aunt Rita in the Dodge today and Susanne is helping Aunt Rita to sort through things in the kitchen. What should be thrown in the garbage, what should be passed on and what should be kept and then moved? So, the morning passes. Early in the evening the two cousins Sybil and Jackie drop by and we all go to the clubhouse for a nice meal. Also here, cocktails – and not wine – are drunk to the meal. 

29.9.19
Schweren Herzens verabschieden wir uns von Rita und Al. Die Fahrt um New York ist mühsam, so viel Verkehr. 
Wir wollen nochmals am Meer übernachten und suchen uns einen Campingplatz direkt am Meer aus. Der ausgesuchte Hammonasset Beach State Park ist riesig. Er verfügt über 550 Plätze und jeder einzelne ist nicht gerade klein. Bereits die Einfahrt ist vierspurig. Da muss im Sommer echt was los sein. Auch hier finden wir ohne Problem und Reservation einen tiptopen Platz ohne direkte Nachbarn. Wir machen uns zu Fuss an den Strand auf und wollen da in Ruhe unser Bier trinken. Da haben wir die Rechnung aber ohne die lästigen Fliegen gemacht. Wir bleiben nicht lange am Meer, schade. Da wir erst spät zu Mittag gegessen haben, gibt es nur etwas Kleines zum Abendbrot. 

With a heavy heart we say goodbye to Rita and Al. The drive around New York ist tough, so much traffic. We want to stay overnight again at the sea and choose ourselves a campground directly at the sea. The selected Hammonasset Beach State Park is huge. It has 550 places and each one is quite big. Already the entrance is four-lane. There must be really something going on in summer. Also, here we find without problem and reservation a great place without direct neighbours. We go on foot to the beach and want to drink our beer there in peace. But there we have to deal with annoying flies. So we don’t stay long at the beach. Since we had a late lunch, dinner is quite light. 

30.9.19
Heute wollen wir nach Cape Cod. Gemäss Tante Rita und Sybil soll es da sehr hübsch sein und den weltbesten Lobster geben. 
Auf dem Weg nach Cape Code überkommt uns der Hunger. Heute testen wir die Kette «Red Robin». Auch hier gibt es wunderbare Burger. Nach dem Mittagessen noch rasch etwas im Walmart einkaufen. Aber mit rasch wird es dann nichts. Der Walmart ist riesig. Aber es ist einer der neuen Generation. Also haben die da auch viel und schönes offenes Gemüse und eine prima Fleischtheke. Auch Brot gibt es hier nicht nur in Toast-Form. 
Danach fahren wir nach Cape Cod. Den ersten Campingplatz, welchen wir ansteuern, hat zu und ein Hinweisschild, dass wir uns doch am Hauptcamping melden sollen. Das machen wir dann so. Auch hier hat es viele Mobilehomes, aber kaum Touristen. Wir lassen den Abend am Lagerfeuer ausklingen. 

Today we want to go to Cape Cod. According to aunt Rita and Sybil it is supposed to be very pretty and known for the world’s best lobster. 
On the way to Cape Code we get hungry. Today we test the chain „Red Robin“. Also, here there are wonderful burgers. After lunch we quickly go shopping at the Walmart. Well, not that quick. This Walmart is huge and one of the new generation. They have beautiful vegetables and a great meat corner. And they have bread here that is not only in toast form. Then we drive to Cape Cod. The first campground which we head for is closed and a sign indicates that we should announce ourselves nevertheless at the main campground. That’s what we do. Also here there are many mobile homes, but hardly any tourists. We let the evening end at the campfire.

1.10.19
Das Wetter ist heute eher kalt und nieselig. Wir fahren zuerst ganz ans Ende von Cape Cod und besuchen da die Ortschaft Provincetown. Hier ist es echt schwierig einen Parkplatz zu ergattern. Entweder es hat keinen, oder man muss dafür recht viel bezahlen. 
Provincetown ist sehr belebt und überall treffen wir auf Lobsterrestaurants. Wie es aussieht, ist dieser Ort auch sehr beliebt bei der LBGT Community. Ganz im Gegensatz zum restlichen, prüden Amerika sieht man hier ziemlich ausgefallene Outfits in den Schaufenstern und auf den Strassen. 

The weather today is rather cold and drizzly. First, we drive to the end of Cape Cod and visit Provincetown. Here it is really difficult to find a parking place. Either there is none or you have to pay quite a lot.
Provincetown is very busy and everywhere we see lobster restaurants. It looks like this place is very popular in the LGBT community. In contrast to the rest of the prudish America you can see quite fancy outfits in the shop windows and on the streets. 

Susanne will zum Mittag Lobster probieren und bestellt eine Chowdersuppe und Lobsterroll. Beides ist fein. Nur die Lobsterroll ist wohl eher ein Müsterli, so klein ist die. Bruno bleibt beim Hamburger. Natürlich!
Danach besuchen wir noch den Highland Leuchtturm und nehmen an einer kleinen Führung teil. Von ganz oben hat man einen schönen Blick aufs Meer und wir sehen sogar in der Weite einen Wal. 
Der Leuchtturm wurde 1797 errichtet und ist somit der älteste Leuchturm auf Cape Cod. Der ursprüngliche Leuchtturm wurde 1857 abgerissen und durch einem neuen ersetzt, der auch heute noch steht. Wegen der Erosion der Küste wurde der Leuchtturm 1996 innerhalb von 18 Tagen 140 Meter landeinwärts verschoben. Da steht er heute noch, mitten auf dem ältestens Golfplatz von Cape Cod. 

Susanne wants to try lobster for lunch and orders a chowder soup and lobster roll. Both are fine. Only the lobster roll is more like a “amuse bouche”, that’s how small it is. Bruno stays with the hamburger. Of course!
Afterwards we visit the Highland Lighthouse and take part in a small guided tour. From the very top you have a nice view to the sea and we even see a whale in the distance. 
The lighthouse was built in 1797 and is thus the oldest lighthouse on Cape Cod. The original lighthouse was demolished in 1857 and replaced with a new one that still exists today. Because of the erosion of the coast, the lighthouse was moved 140 meters inland within 18 days in 1996. It still stands there today, in the middle of the oldest golf course on Cape Cod. 

Aufgrund des schlechten Wetters beschliessen wir, etwas südwärts zu fahren und bei Eastham auf einem Campingplatz zu übernachten. Das Lagerfeuer wärmt ein wenig.

Due to the bad weather we decide to head south and stay for the night on a campground near Eastham. The campfire is a little bit warming.

2.10.19
Weiter geht es mit dem Besichtigen von Cape Cod. Dazu nehmen wir die östliche kleine Küstenstrasse und kommen so in der Ortschaft Hyannis vorbei. Hier haben sie dem früheren Präsidenten John F. Kennedy ein Museum errichtet. Die Kennedys haben hier ihr Feriendomizil, deshalb wurde das Museum da eröffnet. 

We continue exploring Cape Cod. We take the small eastern coastal road and pass the village of Hyannis. Here they built a museum for the former president John F. Kennedy. The Kennedys have their holiday domicile here, therefore the museum was opened there.

Es ist Mittagszeit und wir essen in einer Creperie eine Kleinigkeit und schauen im Internet nach, wo wir übernachten können. Wir finden den Salisbury State Park nördlich von Bosten, welcher direkt am Meer ist und nehmen den als Ziel. Auch dieser ist riesig und weist 484 Plätze auf. Er liegt wirklich in Gehnähe des Meeres. Aber was nicht auf der Homepage gestanden ist, dass er fast 50 Dollar kostet. Der Mann an der Reception findet Susannes Spruch, dass wir nicht gerade den gesamten Camping kaufen wollen, nicht so lustig. Auch als wir fragen, wo denn die Hot Tubs seien, welche man für einen solchen Preis erwarten könnte, zeigt er wenig Humor. 
Da es schon spät ist und das Wetter mies, beschliessen wir trotzdem auf diesem Platz zu bleiben.

It is lunchtime and we have a snack in a creperie and search on the internet where we can spend the night. We find the Salisbury State Park north of Boston, which is right by the sea, and take it as our destination. This one is also huge and has 484 sites. It is really within walking distance of the sea. But what was not on the homepage, it costs almost 50 dollars. The man at the reception doesn’t like Susanne’s adage that we don’t want to buy the whole campground. Also, when we ask where the Hot Tubs are, which one could expect for such a price, he shows not a lot of humour. Since it is already late and the weather is bad, we decide to stay on this place despite this.

3.10.19
Auf dem Highway geht es nordwärts. Seit New Jersey macht es keinen Sinn mehr, auf Nebenstrassen fahren zu wollen, zu mühsam wäre dies, da die Gegend hier teilweise extrem bevölkert ist und das Vorwärtskommen zu langsam wäre. Gegen Mittag kommen wir in Bangor vorbei. Da Bruno vor drei Jahren bereits einmal hier war, kennt er sich ein wenig aus. Er war damals im Dysart’s Truck Stop essen. Da wollen wir heute auch hin und werden nicht entäuscht. Das Essen ist fein. Susanne entscheidet sich nochmals für Chowdersuppe mit Salat und Bruno isst…. einen Burger.
Die Internetsuche nach einem Übernachtungsplatz am Meer liefert einen Campingplatz in Saint Andrews. Zuest müssen wir jedoch nochmals die Grenze zu Kanada überqueren. Der Zöllner ist sehr nett und versucht sich sogar in ein paar Brocken Deutsch. Der Grenzübertritt erfolgt rasch und ohne Probleme. 
In Saint Andrews finden wir dann auch ohne Probleme den Campingplatz, kommen da um 16.55 Uhr an und haben Glück, denn der Camping schliesst um 17 Uhr. Wir leisten uns einen Platz in der vordersten Reihe mit schönem Blick aufs Meer, geniessen beim Apéro die letzten Sonnenstrahlen und unterhalten uns mit den Nachbarn links und rechts. Jene auf der linken Seite sind in einem der übergrossen Reisemobile unterwegs. Sie wohnen am Lake Superior und wollen nach Florida zum Überwintern. Dafür müssen sie morgen die Grenze zu Amerika passieren. Wir erzählen denen unsere Story von der Grenze mit dem Feuerholz und dem Knoblauch in Sumas. 
Jene Nachbarn auf der rechten Seite haben drei Wochen Urlaub und überführen in dieser Zeit einen Truckcamper von Vancouver nach Halifax. Sie haben diese Amerikaquerung in weniger als zwei Wochen gemacht und wollen nun noch nach Labrador. Sind wir froh, dass wir nicht so hetzten mussten. 
Es wird schon recht frisch am Abend, aber mit dem Lagerfeuer und dem von Nachbarn links geschenkten Feuerholz (er könne es ja morgen nicht mit nach Amerika nehmen) haben wir es schön gemütlich. 

On the Highway we head northwards. Since New Jersey it no longer makes sense to want to drive on side roads, this would be too laborious, because the area here is partly extremely populated and the progress is too slow. Around noon we pass Bangor. Since Bruno was already here three years ago, he knows it a little bit. He was eating at Dysart’s Truck Stop. That’s where we want to go today, and we are not disappointed. The food is fine. Susanne decides again for chowder soup with salad and Bruno eats… a burger.
The Internet search for a place to stay overningt results in a campground in Saint Andrews, which should be directly at the sea. 
At first, we have to cross the border to Canada again. The customs officer is very nice and tries to speak some German. The border crossing takes place quickly and without problems. 
In Saint Andrews we find the camping without problems, arrive there at 4.55 pm and are lucky, because the campground closes at 5pm. We treat ourselves to a place in the front row with a beautiful view of the sea, enjoy the last rays of sunshine at the aperitif and talk to the neighbours on the left and right. Those on the left are traveling in one of the giant RV’s. They live on Lake Superior and want to spend the winter in Florida. Therefore, they have to cross the border to America tomorrow. We tell them our story about our border crossing in Sumas regarding firewood and garlic. 
Those neighbors on the right have three weeks of vacation and are relocating a truck camper from Vancouver to Halifax. They have made this America crossing in less than two weeks and now still want to go to Labrador. We are glad that we don’t have to rush that much. It gets quite fresh in the evening, but with the campfire and the firewood given by the neighbours on the left (since they can’t take it with them to the US tomorrow) we have it nice and cosy.

4.10.19
Als wir Doggeli reisefertig machen, kommt der Nachbar von links und überreicht uns einen grossen Plastiksack voll mit Äpfeln, Tomaten und Zitronen. Ob er wohl in dieser Nacht schlafen konnte? Wir bedanken uns und machen uns auf den Weg Richtung Halifax. Aufgrund des anhaltend schlechten Wetters an der Küste entschliessen wir uns, direkt nach Halifax zu fahren. Erstens soll da das Wetter besser sein und zweites wollen wir noch ein wenig shoppen. 
Wir fahren also auf den KOA Camping, auf welchem wir ganz am Anfang unserer Reise waren und verbringen da einen gemütlichen, aber dank dem eisigen und starken Wind einen kalten Abend. 
Bereits beim Einchecken war vor uns ein Schweizer Ehepaar und diese haben dann gleich den Platz neben uns. Wir unterhalten uns ein wenig und es stellt sich heraus, dass die beiden nach einer Reise durch ganz Südamerika und die USA nun in Halifax gelandet sind, von wo aus sie nächste Woche ihren Camper verschiffen und nach Hause zurück kehren

As we prepare Doggeli for the trip, the neighbour from the left comes and hands us a big plastic bag full of apples, tomatoes and lemons. We wonder if he could sleep that night? We thank him and continue on our way to Halifax.
Due to the persistent bad weather at the coast, we decide to go directly to Halifax. First, the weather should be better there and second we want to do some shopping. 
So, we drive to the KOA Camping, where we were at the very beginning of our journey and spend a nice but cold evening, this thanks to a chilly and strong wind. Already at the check-in, there was a Swiss couple in front of us and they got the place next to us. We talk a little and it turns out that they have landed in Halifax after a long journey throughout South America and the USA. Next week, they will ship their camper and return home.

5.10.19
Heute ist Shopping angesagt. Zuerst gibt es eine neue Batterie für Susannes iPhone, dann Ersatzteile für Doggeli und ein feines z’Mittag für uns beide in einem Family Restaurant. Susanne gönnt sich ein letztes Mal Eggs Benedict und Bruno isst… einen Burger..:-).
Anschliessend fahren wir noch in die grösste Shopping Mal von Halifax und kaufen da ein wenig ein. Aber wirklich nur ein wenig. Wir haben in den fast 6 Monaten festgestellt, dass wir gar nicht so viel zum Leben brauchen und mindestens die Hälfte der mitgenommenen Kleider gar nie gebraucht haben. 
Den Abend lassen wir mit einem letzten Reise-Fondue am Lagerfeuer ausklingen. 

Today, shopping spree. First there is a new battery for Susanne’s iPhone, then spare parts for Doggeli and a nice lunch for both of us in a family restaurant. Susanne treats herself one last time to Eggs Benedict and Bruno eats… a Burger…;-).
Afterwards we drive to the biggest shopping mall of Halifax for some shopping. But really only a little. In the almost 6 months of traveling we realized that we don’t need so much to live and that we never used at least half of the clothes we took with us. 
We end the day with a last fondue at the campfire.

6.10.19
Heute ist Doggeli putzen und Wäsche waschen angesagt. Den Rest dieses sonnigen Tages verbringen wir gemütlich auf dem Camping und geniessen den Abend am Lagerfeuer. 

Today we clean Doggeli and do some laundry. We spend the rest of this sunny day on the camping site and enjoy the evening at the campfire.

7.10.19
Wir stehen früh auf, gehen im Tim Hortons frühstücken und sind dann um 8 Uhr beim Reifenhändler. Da gehen wir die von unterwegs bestellten 6 Reifen abholen und verstauen diese im Aufbau. Passt wie ausgemessen. 
Anschliessend geht es zum Spediteur. Da ist schon alles vorbereitet und nach kanpp 15 Minuten inklusive Smalltalk sind wir auch schon wieder draussen. Der Weg zum Hafen erweist sich dann als schwierig. Es gibt 2 Brücken in Halifax. Die eine wird gerade von Umweltaktivisten für eine Demo gesperrt und so ist es auf der anderen ziemlich busy. 
Im Hafen angekommen geht es zuerst recht fix bei der Schranke. Dann muss man sich zum Büro im Hafen begeben, um das Auto abzugeben. Also da könnte man die Prozesse schon noch optimieren. Alle Formalitäten werden von Hand auf mehrere Papiere und Zettel geschrieben. Es arbeiten, wie es aussieht, zwei Damen und ein älterer Herr hier. Wobei die Damen beschliessen, auch wenn es gerade viele Kunden hier hat, zuerst eine Zigarettenpause von ca. 30 Minuten einzulegen. Der ältere Herr ist ziemlich angepisst. Muss er nun die Arbeit alleine machen und zwischendurch immer wieder das Telefon bedienen. Das bringt ihn aber offensichtlich nicht aus der Ruhe. Nur dass er jedes Mal nach einem Telefon wieder auf der vordersten Seite mit dem Schreibkram beginnen muss. Nach gut 1 ½ Stunden ist dann auch das erledigt und wir bestellen uns ein Taxi, welches uns zum Hotel bringen soll. 
Den Nachmittag verbringen wir im Kino und den Abend im «Montanas Restaurant». Susanne ist begeistert von den Spareribs und den Pouletflügeli und Bruno isst… einen Hamburger.
Als wir so gemütlich im Bett liegen und noch etwas lesen, kracht es draussen zwei Mal. Susanne schaut nach und es ist ein Auto quer über den Grünstreifen gefahren, hat dabei zwei kleine Bäume umgerissen und ist auf der Gegenfahrbahn zum Stehen gekommen. Zwei Personen steigen vom Auto aus und rennen davon. Seltsam. 

We get up early, go to Tim Hortons for breakfast and then arrive at the tire dealer at 8 o’clock. There we pick up the 6 tires previously ordered and stow them in the cabin. Everything fits like measured. 
Afterwards we go to the forwarding agent. There everything is already prepared and after 15 minutes including small talk we are already on our way again. The trip to the harbour proves to be difficult. There are just 2 bridges in Halifax. One of them is currently closed for a manifestation by environmental activists and so it is quite busy on the other. 
Arrived in the port it goes quite fast at the barrier. Then you have to go to the office in the harbour to return the car. There you could optimize the processes. All formalities are written by hand on several papers and notes. It looks like two ladies and an older man are working here. The ladies decide to take a cigarette break first that lasts for about 30 minutes, even if there are a lot of customers here. The older man is quite pissed off. Now he has to do the work on his own and in between he has to pick up the telephone again and again. Obviously, that is not unsettling him. Only that every time after a phone call he has to start again with the paper work. 
After a good 1 ½ hours we are through, and we order a taxi to take us to the hotel.
We spend the afternoon at the cinema and the evening at “Montana’s restaurant”. Susanne is enthusiastic about the spare ribs and the chicken wings and Bruno eats… a burger.
As we lie comfortably in bed and read something, there are two crashes outside. Susanne looks out the window and sees a car that crossed the green median strip while cutting down two small trees and stopped on the oncoming lane. Two people get out of the car and run away. Strange.

8.10.19
Am Morgen werden wir vom Feueralarm geweckt. Er piept kurz, dann ist alles still – Stromausfall. Blöd, wir müssen also im Dunkeln duschen und mit Haare föhnen wird nix. Der Strom kommt wieder, bevor wir unser Zimmer verlassen. Jedoch ist das Restaurant immer noch geschlossen. Es öffnet nach ca. 15 Minuten Wartezeit und so können wir vor unserer Abfahrt dennoch Frühstücken. Für Susanne gibt es Frenchtoast und für Bruno…. nein, keinen Hamburger, sondern Omelette. Pünktlich holt uns das Taxi vom Hotel ab und bringt uns zum Flughafen. Alles klappt wie am Schnürchen und wir landen zuerst in Montréal. Beim Aussteigen treffen wir auch noch einen Schweizer, welchen wir schon gestern im Hafen getroffen haben. Er hat seinen Camper auch nach Hamburg verschifft. Er will jedoch lieber eine rauchen gehen als etwas essen. So machen wir uns alleine ins Restaurant auf. In einem netten Restaurant essen wir auf der Terrasse und schauen den Leuten zu. Susanne isst Fish and Chips und Bruno isst…. einen Hamburger….;-).
Der Rückflug nach Zürich ist problemlos, die Schweiz hat uns wieder.

In the morning we are awakened by the fire alarm. It beeps briefly, then everything goes quiet – power failure. Stupid, so we have to shower in the dark and no blow-drying. The electricity comes back before we leave our room. But the restaurant is still closed. It opens after about 15 minutes waiting time and so we can still have breakfast before our departure. For Susanne there is French toast and for Bruno… no, no hamburger, but omelette. 
Right on time the taxi picks us up from the hotel and takes us to the airport. Everything goes like clockwork and we first land in Montréal. When we get out we also meet the Swiss whom we already met yesterday in the harbour. He also ships his camper to Hamburg. But he wants to smoke a cigarette rather than eat something. So we go alone to the restaurant. In a nice one, we eat outside and watch people going by. Susanne has Fish and Chips and Bruno eats….. a hamburger…; -).
The flight back to Zurich is easy, welcome Switzerland.

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